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Nicht allein. Nicht auf Krawall

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Ein Hinweis der Werbung:
Dieser Tagesbericht wird von der Elbe-Verlag GbR präsentiert. Dem Herausgeber der Monatszeitung »Dat Ole Land«. Einer Zeitung von Menschen für Menschen der Obstanbauregion »Altes Land« in den Elbmarschen zwischen Stade und Hamburg. Und das schon seit 45 Jahren.

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02.05.2021

Durch die letzten Tage ist das im Körper scheinbar noch drin. Ich bin um vier in der Früh schon wach. Nein. Niemals! Ich dreh mich nochmal um und zwinge mich mehr schlecht als recht wieder in den Schlaf. So kommt es, dass ich, wie von einem Bus überfahren, drei Stunden später unter meiner Decke hervor krieche. Auf dem Flur werde ich von David freundlich begrüßt. Lotte würde ja gut aufpassen. Ich nicke. Das sei er gewesen in der Nacht. Ach, deswegen hat sie »Bescheid« gegeben. Alles klar.

Kurze Zeit später sitzen wir mit der gesamten Familie am Frühstückstisch. Zwischendrin muss ich Dinge am Telefon beantworten. Ich bekomme heute Laufkumpanen. Ulf möchte mich mit einem Kumpel begleiten. Also muss man wissen, wo man sich treffen möchte. Was für mich bedeutet, dass ich etwas in die Pötte zu kommen sollte. Man möchte ja pünktlich starten.

Kurz vor zehn stehen Ulf und Dominic bei David in der Auffahrt. Ich kenne Ulf als der Zeit, als er bei einem Lieferanten von uns gearbeitet hat. Da sind die Bestellungen zwischen uns im Schwall an blödsinnigem Gebrabbel manches Mal richtig eskaliert. Und dann war schnell klar, als ich sagte, dass ich loslaufe, dass man mich begleiten möchte. Zumindest einen Tag lang. Denn live gesehen haben wir uns bis zu diesem Tag nicht. Aber das soll natürlich nicht das Problem sein.

Ulf ist bei der Reserve und hat sowieso öfters im Jahr den einen oder anderen Gewaltmarsch vor sich. Da ist mein Vorhaben ein angenehmes umhergestiefel. Ohne Hast. Ohne Stress. Gemütlich durch die Pläne laufen. Und Blödsinn quatschen. Ganz wichtig! Dominic hat sich dann einfach eingeklinkt. So setzen wir uns dann auch langsam in Bewegung. Erst entlang der Bahngleise bis nach Neukloster und Buxtehude. Später über Wirtschaftswege Richtung Immenbeck, Ardestorf und Elstorf.

Es ist ein angenehmes Laufen. Wie gesagt: Ohne Hast und Stress. Hier mal ein Päuschen, dort kurz verschnauft, und da vor einem Schauer im Bushäuschen versteckt. Was bis hier her gut funktionierte, geht nahe Elstorf dann etwas in die Hose. Ein weiterer Schauer prasselt auf und hernieder. Zügigen Schrittes laufen wir zum nahegelegenen Supermarkt. Ein Vordach zum Unterstellen. Haben wir gedacht. Nichts Vordach. Nichts unterstellen. So quetschen wir und mit Lotte zu dritt in eine kleine Nische, die gerade keinen Regen abbekommt.

Bild 1: Pause nahe Buxtehude Dominic (links), Lotte (mitte) und Ulf (rechts) – Bild 2: Nun hat Lotte Pause – Bild 3: Posieren für die Kamera. Diener, fahre er mich wohin! – Bild 4: Jeder kann sehen wohin es geht …

Kurz darauf, denn ich habe das Minimalziel zwanzig Kilometer erreicht, versuche ich es auf einem Bauernhof unterzukommen. Lotte und ich werden von einer säugenden Hündin empfangen. Und schon geht der Terz los. Lotte schnell in die Box und ab vom Hof. Weiter. Ulf und Dominic spielen auch so langsam mit dem Gedanken, sich abholen zu lassen.

Bis zu einem kleinen Café nahe Sieversen marschieren wir dann aber doch noch. Hier versuche ich erneut mein Glück. Nur Schlafen. Nicht mehr nicht weniger. Der Wirt schaut. Verweist auf die derzeit geltenden Bestimmungen der Behörden. Aber abgeneigt ist er nicht. Also erzähle ich etwas mehr von meinem Vorhaben, wie weit wir heute schon sind, und dass ich bei dem Wetter einfach keine Lust mehr auf noch mehr habe. Nur Schlafen. Eine kleine Ecke, wo Lotte und ich hineinpassen. Ich habe ihn weichgekocht. Er geht ins Haus und fragt seine Frau. Antwort »Nein«! Die geltenden Regelungen derzeit. Man will keinen Ärger. Ich kann das absolut verstehen. Jedoch einen Versuch war es allemal wert.

Da höre ich eine Stimme. Nadine ist mit Mann und Kindern angehalten. Ob man mich gesucht hat, möchte ich wissen. Man sei im Wildpark gewesen, und da im Dorftratsch umging, dass ich Richtung Tötensen laufen möchte, hat man einfach die Augen aufgehalten und Glück gehabt. So plaudern wir noch etwas über die Heimat. Über meine Beweggründe und wie groß doch der Zuspruch und Rückhalt im Dorf für mein Vorhaben vorhanden sei. Sätze, die einen natürlich gleich ein wenig mehr motivieren. Aber alle Quatscherei zum Trotz: Ich brauche einen Schlafplatz.

Ohne Ulf und Dmonic ziehe ich dann schließlich noch bis Leversen weiter. Das Hinweisschild von einem Kartoffelbauern lässt mich aufhorchen. Da frage ich jetzt. Die paar hundert Meter sind jetzt auch nicht mehr das Problem. Zuerst biege ich aber zu früh ab und lande auf einem Reiterhof. Ein junges Mädchen ruft sogleich die Stallbesitzerin an, kann mir aber nichts anbieten. So frage ich nach dem Kartoffelbauern. Das sei der Nachbar. Sein Name sei Martin. Ja, dann mal los.

Wenige Minuten und einige Überlegungen später habe ich ein Dach über dem Kopf und Strom aus der Dose. Dass der Wind durch den Schuppen pfeift, ist egal. Es ist trocken. Nur das zählt!

Start/Ziel: Nottensdorf – Leversen
Laufstrecke: 30,02 km
Höhenmeter: 183 m
Zeit: 6:09 h
D.-geschw.: 4,88 km/h
Schritte: 39.914

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