Zum Inhalt springen

Es hustet und pustet … und regnen tut es auch …

To get a Google translation use this link.

Ein Hinweis der Werbung:
Dieser Bericht wird von der Volksbank Stade-Cuxhaven präsentiert. Mein Ansprechpartner für Finanzfragen während meiner Tour. Weltweit bargeldlos mit der VR-BankingApp bezahlen oder ein schneller Geldtransfer an Freunde mit »Kwitt«. Für Fragen wenden Sie sich an einen persönlichen Finanzberater der Volksbank. »Morgen kann kommen. Wir machen den Weg frei.«

______________________________________________________________________________________

05.05.2021

Mit der Gewissheit, dass mein Asylrecht auf dem Heuschober heute ausläuft, beginne ich langsam meine Sachen zu packen. Zumindest weist die Wolkendecke einige Lücken auf. Vielleicht wird es heute ja nicht ganz so schlimm. Nur um sicher zu gehen, ziehe ich meine Regenklamotten an. Kaum auf der Straße fängt es an zu nieseln. Es ist sogar eine recht angenehme Geräuschkulisse. Das gleichmäßige Prasseln der Tropfen auf meiner Karputze. Mit der Zeit baut sich dann ein richtig wohliges Wärmepolster unter den Regensachen auf. So könnte es eigentlich den ganzen Tag gehen. Der Wind pustet von hinten her und schiebt, wenn man so will. Besser kann es eigentlich gar nicht sein. Zumal meine Schuhe auch wasserdicht sind. Wenn ich bedenke, ich wäre mit den Vorjahrestretern unterwegs, es würde bereits alles quatschen und matschen.

Mein Weg führt entlang einer alten Deichstraße. Mehr durch Zufall bin ich hier gelandet. Sonst wäre ich womöglich an der Hauptstraße gelaufen. Aber wie habe ich sie gefunden? Die vielen Leute, die mir die Unterkunft besorgt haben, die haben mich dorthin geschickt. Über Fahrradwegweiser habe ich dann gesehen, dass ich auf dieser Strecke bleiben kann. Leider führt der Weg nicht ganz bis nach Winsen. Einen Teil muss ich dann doch noch an der viel befahrenen Straße absolvieren. Dennoch war der erste Abschnitt eine angenehme Alternative.

Noch bevor ich gestartet bin, habe ich ein weiteres Mal versucht in der Heimat nach Unterstützung für eine Schlafmöglichkeit gesucht. Jetzt habe ich auch bei der Volksbank angefragt, ob die über die Kollegen in Winsen einen Tipp erhaschen können. So ganz funktioniert das dann leider nicht. Zwar kann jemand anderes einen Unterschlupf präsentieren. Dieser würde mich aber zu weit von meiner geplanten Route wegführen. Also mache ich es, wie all die Male zuvor. Ich mache es auf eigene Faust. Ich habe eine lose Klappe. Keine großen Berührungsängste. Das wird schon.

Bild 1 & 2: Das Leben auf dem Heuschober – Bild 3: Ein ungemütliches Wetter – Bild 4: So viele Rehe am Wegesrand

Zunächst heißt es aber Meter machen. Besser Kilometer. Als erstes Ziel habe ich in Winsen einen Fahrradladen. Am Vortag ist mir aufgefallen, dass ich mich mit meinem dicken Hintern auf meinen Tacho gesetzt habe. Nun hat die Anzeige dicke Backen gemacht. Egal, was ich mache. Es zeigt keine gescheiten Werte mehr an. So habe ich zuvor in Winsen geschaut und ein zwei Telefonate geführt. Mein Tacho muss zwar bestellt werden, sollte aber am Morgen vom heutigen Tag ankommen. Besser geht es also nicht.

Mit dem neuen Tacho am Anhänger stellt sich Hunger ein. Ich laufe einen Bäcker an. Auf der Suche nach einem geeigneten Fleckchen für eine Pause, hält mich der Fahrer eines Kleinbusses an. Ob das jetzt die neue Art ist einen Umzug zu vollziehen? Nein, nein. Ich mache »nur« eine Europawanderung. Ach, ja klar. So lerne ich … ja … äh … wenn ich die Visitenkarte nicht irgendwo in meinem ganzen Kram verschlampt hätte, würde ich euch jetzt sagen, wen ich kennengelernt habe. Der gute Mann macht auf jeden Fall in Umzüge. Soweit weiß ich das noch. Als Reiseobolus drückt er mir gefühlt sein ganzes Rödelgeld in die Hand. Seine Parkuhrmünzen. Mein Portemonnaie droht aus allen Nähten zu platzen. Noch dazu stellt er den Kontakt zu einer ortsansässigen Zeitung her. Demnach ist es gerade doppelt peinlich, dass ich das mit dem Namen vergeigt habe.

Just im Hintergrund hält ein großer Laster an der Ampel. Den Werbeaufdruck würde ich blind erkennen. Auf der Ladefläche alles Mögliche für Garten- und Landschaftsbau. Peter dreht eine Runde. Ich springe wie ein Hampelmann am Straßenrand umher und brülle mir die Kehle aus dem Leib. Endlich entdeckt er mich. Ich soll hier nicht rumstehen, sondern durch Europa wandern. – Danke! Ich mag dich auch! – So verabschiede ich mich von meinem unbekannten Geld- und Kontaktgeber und auch von Peter.

Auf dem Weg nach Drage bin ich dann am Grübeln. Nehme ich den Wirtschaftsweg, der gleich irgendwo zu meiner rechten auftaucht, oder laufe ich geradeaus weiter? Als ich dann den Abzweig erreiche, schaue ich ein, zwei Mal links und rechts. Hey, ich kann den Elbdeich dahinten sehen. Ich möchte zum Elberadweg. Wenn ich aber den Wirtschaftsweg nehme, dann kürze ich zwischen zwei und drei Kilometer ab. Jetzt schon Elberadweg, oder abkürzen? – Elberadweg!

Just in dem Moment fängt es wieder an zu nieseln. Ich müsste, um zum Deich zu kommen einige hundert Meter gegen den Wind laufen. Mit dem Regen im Gesicht. Nää! Ich bleibe an der Hauptstraße und lasse mir in den Rücken pusten. Elberadweg hin oder her. Demnach hätte ich dann also doch abkürzen können, wenn ich jetzt nicht am Deich laufe. Egal. Ich laufe hier jetzt weiter. Gute zwei Kilometer noch. Denn dann habe ich schlagartig keine Lust mehr. Ich entdecke einen Hof, der so viele alte Türen an einem alten Anbau aufweist. Da ist doch bestimmt Platz zum Schlafen hin. Ich schaue auf den Tacho. Sechs Kilometer plus ein paar Zerhackte sind es heute geworden. Nehme ich dann noch die GPS-Daten von meinem Startpunkt dazu, sind es in etwa fünfzehn Kilometer geworden. Das soll bei Wind und Regen reichen. Ich wechsel die Straßenseite und klingel. Keine zwanzig Minuten später habe ich meinen Schlafplatz. Mit vereinten Kräften wurde eiligst die Gartenlaube geräumt und gefegt. Das alte Motorrad raus. Einige alte Blumenkübel. Das reicht an Platz. Gute sechs Quadratmeter sind mehr als ausreichend.

Start/Ziel: Stelle – Drage
Laufstrecke: 15,46 km
Höhenmeter: 70 m
Zeit: 3:11 h
D.-geschw.: 4,86 km/h
Schritte: 19.577

______________________________________________________________________________________

»Mütze On Tour« war, ist und wird für seine Leser immer kostenlos bleiben. Wenn man meine Berichterstattung allerdings mit einem kleinen Obolus honorieren möchte, dann geht das über diesen PayPal-Link. Draufklicken, Summe eintragen, abschicken, fertig.
Ich danke für die Unterstützung ganz herzlich!

Möchten Sie mich mit Ihrem Unternehmen während meiner Reise unterstützen? Dann schreiben Sie bitte an folgende E-Mail-Adresse: karsten_rinck@gmx.de
Ich danke für Ihr Interesse!

Eine Übersicht meiner Unterstützer können Sie hier einsehen.

3 Comments »

  1. Super Sache von Dir! Ich bin seit heute mit dem Lesen dabei und werde Deine Reise weiter verfolgen. Im Wochenblatt habe ich von der Tour mit Deinem Hund gelesen und mich in den Blog eingeloggt! Ich drücke die Daumen, dass ihr beide fit und gesund bleibt, nette Menschen kennenlernt und immer ein Dach über dem Kopf habt. Vg aus Horneburg

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: