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Hallo …? Möchte mich wer aufhalten?

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Ein Hinweis der Werbung:
Dieser Bericht wird von der ESSO SB Station B. Wahlen aus Steinkirchen präsentiert.
Im Meisterbetrieb der KFZ-Innung wird sich neben Landmaschinen- und KFZ-Reparaturen auch um ihre Gartengeräte gekümmert.
Ein persönlicher Einwurf: Wenn Ihnen an einem Sonntag zum Spontangrillen auffällt, dass keine Kohle im Haus ist. Dann ist die ESSO SB Station der Ort, wo es noch Grillkohle gibt.

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11.05.2021

An diesem Tag bin ich so früh wach und bereits auf den Beinen, dass ich um und bei acht Uhr bereits fünf Kilometer auf dem Tacho habe. Bei meinen Gastgebern war noch nicht der Hauch von Aktivität zu erkennen. Ich habe die Gelegenheit einfach beim Schopf gepackt und bin weitergezogen. Was das bedeuten kann, sei in einem Wort erklärt. Kilometer! Ich kann so richtig Kilometer machen. Alles, was in den letzten Tagen streckentechnisch zu kurz gekommen ist, kann aufgeholt werden. Zumindest ein kleines Stück.

Bei Wehningen entdecke ich einen alten Torbogen. Dahinter kann ich Bänke sehen. Frühstück. Den Wagen durch das höhere Gras gezerrt und dann mit den Stapelkisten einen Tisch gebaut. Gerade habe ich mir mein Brötchen beschmiert, kracht es und ich werde eine Etage tiefergelegt. Ich rappel mich auf und blicke auf die morschen Verbindungen, die die Sitzfläche mit dem Rest der Bank verbunden hatten. Dann nehmen wir halt eine der anderen Sitzmöglichkeiten. Zur Not habe ich ja auch noch meinen Campingstuhl. Die zweite Bank hält mich dann. So ganz das Wahre ist es aber auch nicht mehr. Wichtig: Sie hält.

Bild 1: Der alte Torbogen bei Wehningen – Bild 2: Über Waldwege – Bild 3: Da genießt wer die Sonne – Bild 4: Über unbefestigte Deichwege

Als ich dann an den Punkt komme, wo Elberadweg und Bundesstraße an der Brücke über die Löcknitz zusammenkommen, blicke ich in die Runde. Kein Auto hier. Keine Ordnungshüterei, die Touristen beziehungsweise Reisende abweist. Ja, dann nicht. So laufe ich weiter. Bewege ich mich an der Bundesstraße weiter, wie ich es vor vier Jahren mit dem Fahrrad schon gemacht habe? Eine andere Möglichkeit kenne ich … da, der Waldweg. Geh ich doch dort entlang. Warum habe ich die Option nicht vor vier Jahren gesehen? – Ach, ich bin ja blind nach dem Fahrradnavi gefahren. So entdecke ich einen völlig neuen Abschnitt des Elberadwegs. Über Rütersberg gelange ich dann schließlich nach Dömitz. Sicher, es ist ein, zwei Kilometer länger, als wenn ich an der Bundesstraße geblieben wäre. Dafür ist es schöner und sicherer.

In Dömitz verlangsamt sich mein Tempo dann etwas. Ich hangel mich von Bank zu Bank und lasse die Seele etwas baumeln. Es ist Mittag und ich habe bereits das Minimum an Strecke geschafft, was ich mir als Tagespensum auskalkuliert habe. Wenn ich es noch bis Lenzen schaffen würde, dann hätte ich zwei Etappen in eine gedrückt. Hmm … Versuchen! Schnell noch bei einem Supermarkt einige Dinge beschafft und dann ist Lenzen das Ziel für den heutigen Tag. Über Nebenstraßen durch eine Gewerbeanlage gelange ich wieder an den Elbdeich. Mitten auf dem Weg genießt ein Reptil die Sonne, das ich lebendig noch nie sehen durfte. Eine Blindschleiche. Schnell die Kamera herausgekramt und nicht nur ein Bild geschossen.

Als ich den Rhinowkanal passiere, habe ich auch Mecklenburg-Vorpommern hinter mir gelassen. Nun bin ich in Brandenburg. Über einen alten Deich, dessen Deichkrone anfänglich zwei Spuren aus Betonplatten und später ohne auskommt, ziehe ich meinen Wagen ins Grüne. Diesen Weg bin ich damals auch mit dem Fahrrad gefahren. Ich spare hier gute fünf Kilometer ein, als wenn ich auf dem Elbdeich geblieben wäre. Heute weiß ich das. Damals war es mehr Zufall, dass ich hier gelandet bin. Naja, das Navi damals. Um mich herum ist jetzt faktisch nichts mehr. Ackerflächen und Futterwiesen so weit das Auge reicht. Ganz weit in der Ferne kann man Dächer erkennen. Man ist hier wirklich im Nirgendwo.

Als ich dann schließlich die Asphaltwege erreiche, bin ich doch heilfroh. Den Wagen über den unbefestigten Deichweg zu zerren hat doch gewaltig Kraft gekostet. Ich wusste aber ja, dass dieser Abschnitt kommen würde. Dennoch ist es Mist gewesen. Aber gewiss ist es nicht der schlimmste Abschnitt, den ich auf dieser Reise hinter mich bringen darf. Dafür kann ich jetzt wieder Tempo aufnehmen. Ich möchte Lenzen erreichen. Unbedingt! Motivation und Kraft lassen aber mit jedem weiteren Schritt nach. Der Weg zieht sich ganz gewaltig. Noch dazu sieht alles gleich aus.

Bild 1 & 2: Am Rhinowkanal

Immer wieder werfe ich einen Blick auf den Wegesrand. Die weiten Futterwiesen hinter Baumreihen. Dahinter ist es windstill. Dort könnte man super ein Zelt aufbauen. Mache ich das? Was ist, wenn es heute Nacht regnet? Lenzen! Ich will nach Lenzen! Ein Blick auf meinen Tacho geworfen. Sechsunddreißig Kilometer schon. Weiter! Lenzen!

Dann ist es endlich geschafft. Die ersten Gehöfte tauchen zu meiner Linken auf. Ein weitläufiger Hof mit zwei Gebäuden hat es mir angetan. Da kommt ein Hund hinter der Scheune hervorgelaufen. Das könnte ein Problem werden. »Wer bist denn du?«, rufe ich. Da kommt das Fellknäuel voller Freude angelaufen. Gut, der wird mich nicht auffressen. Also betrete ich das Grundstück. Wenige Minuten und kurze Erklärungen später habe ich einen Schlafplatz. Ich kann meinen Schlafsack in der Hobbywerkstatt ausrollen. Das Einzige, was diese Nacht etwas durchwachsen werden lässt, ist der heimische Hund. Der steht die ganze Zeit vor der Tür und winselt, weil er zu Lotte möchte.

Start/Ziel: Laake – Lenzen
Laufstrecke: 40,03 km
Höhenmeter: 109 m
Zeit: 7:06 h
D.-geschw.: 5,64 km/h
Schritte: 46.069

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