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Ich könnte … will aber nicht.

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12.05.2021

Um sieben sitze ich plötzlich aufrecht auf meiner Luftmatratze. Was war passiert? Das Radio in der Hobbywerkstatt hat sich, wie von Zauberhand, eingeschaltet. Und nun dudelt es. Zum Aufstehen bin ich zu faul. Also lasse ich mich beschallen. Höre mir den Wahnsinn in der Welt an, der mich die vergangenen Tage nicht erreicht hat. Als Nebengeräusch habe ich dann noch das Gewinsel des anderen Hundes. Ich blicke zu Lotte, die auf ihrem Bettchen friedlich schlummert.

Es nützt nichts. Ich muss raus. Ich möchte bis zum Freitag in Kuhlhausen sein, dass ich das Wochenende die Beine für zwei Tage hochlegen kann. Dafür muss ich noch einiges zurücklegen. Mit rumgammeln im Schlafsack wird das nichts. Also stehe ich auf und beginne damit meine Sachen zu packen. Als ich alles so weit dann auf meinem Wagen verstaut habe, trete ich vor die Tür. Andor, der Hund ist weg. Er sitzt nun in seinem Zwinger und fiept dort. Ja, wenn einem die Mädchen einmal den Kopf verdrehen.

Bild 1: Ein Goldlaufkäfer – Bild 2 & 3: Von Lenzen nach Cumlosen durch weite Einsamkeit

Man hat mir Frühstück auf die Terrasse gestellt. So sitze ich wenig später mit meiner Gastgeberin dort und plaudere etwas über dieses und jenes. Die Tour. Das Weltgeschehen wird angerissen. Ich bin nun ja auf aktuellem Stand. Fußball. Es ist ein wilder Wechsel der Themen. Der Herr des Hauses werkelt im Selbigen. Leichte Renovierungsarbeiten stehen an. Da hat man dann so einiges zu erledigen.

Im Laufe des späteren Vormittags verabschiede ich mich schließlich und setze meinen Weg fort. Über Nebenstraßen gelange ich an den Elbdeich. Bis Cumlosen wird sich hier nun landschaftlich nicht viel ändern. Da schießt nur wenige Meter neben mir ein Feldhase aus dem hohen Gras. Lotte, die ich bis hier her so gut wie gar nicht an der Leine hatte, geht ab, wie von der Tarantel gestochen. Zum Glück dauert das Intermezzo keine drei Minuten. Der Hase ist fast im gleichen Moment schon im Unterholz verschwunden. Lotte zu mir gerufen und die nächste Zeit an der Leine gehalten. Jedoch nicht lange. Sie ist bis hier her so gut ohne gelaufen. Da nehme ich ihr diesen kleinen Ausreißer nicht übel. Auch weil der Hase ja quasi direkt vor ihrer Nase gestartet ist. Nun ist alles wie zuvor. Lotte schnuppert im Grünstreifen der Deichkrone und schaut in die Ferne.

Hier habe ich eigentlich umso mehr mit Radfahrern gerechnet. Mit potenziellen Gesprächspartnern. Vielleicht Begleitern, die eine Weile mit mir mitlaufen. Nein. Ich bin in der Einsamkeit. Wie schon Tage zuvor habe ich Begleitgeräusche vom Kuckuck, vom Fasan, das Konzert der vielen, vielen Singvögel. Gänse stolzieren in sicherer Entfernung am Ufer eines Brackgewässers. Unken kann ich rufen hören. Hin und wieder meldet sich ein Frosch zu Wort.

Vogelbeobachter laufen mit Klemmbrett an mir vorbei. Nun denke ich, dass ich wegen Lotte ermahnt werde. Aber Fehlanzeige. So bewegt sie sich in einer Entfernung von fünf bis zehn Metern weiter um mich herum und schaut und schnüffelt. Den Deich verlässt sie dabei nicht. Herrlich! So soll es sein. Zwischendrin fällt dann auch der ein oder andere Tropfen. Jedoch zu wenig für Regenkleidung.

Bei Lütkenwisch steht dann eine größere Pause an. Ich entdecke eine überdachte Bank samt Tisch. Möge die Schlemmerei beginnen. Zwei Radler passieren mich und wünschen »Guten Appetit«. Später, sie haben sich nur wenige Meter weiter auf eine andere Bank gesetzt, komme ich noch mit ihnen ins Gespräch. Nun habe ich also doch noch meine Plauderei mit Radreisenden. Man kommt aus Hamburg, hätte hier in der Nähe ein Ferienhaus und würde einfach nur eine Tagestour machen. Naja, aber immerhin raus. Jo!

So richtig Lust auf Laufen habe ich heute irgendwie auch nicht mehr. Die vierzig Kilometer vom Vortag stecken noch im Körper. So schleppe ich mich mehr nach Cumlosen. Beim Landgasthof im Ortskern kann ich nicht unterkommen. Der hat Bedenken. Zumal er direkt an der Hauptstraße ist. Wenn da in einem der Fenster Licht brennt. Er möchte es nicht riskieren. Laufe ich also doch noch an Wittenberge vorbei? Nein! Ich könnte es vielleicht, aber die Vortagesetappe hat wirklich Kraft gekostet. Also laufe ich einige Meter weiter und komme in der Pension unter, wo Lotte und ich 2017 schon untergekommen sind. Die ist irgendwo hinter zu und erweckt weniger Aufmerksamkeit. Schnell alles ausgepackt. Beim Versuch noch Tagesberichte in Kladde vorzuschreiben, fallen mir schlicht die Augen zu.

Start/Ziel: Lenzen – Cumlosen
Laufstrecke: 20,99 km
Höhenmeter: 9 m
Zeit: 3:43 h
D.-geschw.: 5,65 km/h
Schritte: 24.837

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