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Doch noch geschafft!

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Dieser Tagesbericht wird von der Elbe-Verlag GbR präsentiert. Dem Herausgeber der Monatszeitung »Dat Ole Land«. Einer Zeitung von Menschen für Menschen der Obstanbauregion »Altes Land« in den Elbmarschen zwischen Stade und Hamburg. Und das schon seit 45 Jahren.

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14.05.2021

Zum ersten Mal in meinem Leben probiere ich an diesem Morgen Ginsengextrakt, aufgelöst im lauwarmen Wasser. Es riecht leicht nach Brühe, schmeckt auch anfänglich so. Dann kommen die Bitterstoffe durch und zum Ende schmeckt es nach Walnuss. Interessant. Daneben lerne ich Hafermilch kennen. An das kann ich mich tatsächlich gewöhnen. Ich habe einmal Mandelmilch probiert. Die hat mich nicht so vom Hocker gehauen. Das Haferzeugs stattdessen, das ist okay.

Schließlich ist der Zeitpunkt des Abschieds gekommen. Ich packe alles auf meinen Wagen und Roman möchte einmal das Gewicht austesten. Dabei sehe ich, dass zwei Schweißnähte an den Zugstangen eingerissen sind. Das erklärt, warum die Stützfüße an den letzten ein oder zwei Tage auf dem Boden schrubbten, wenn ich mein Gefährt mal etwas anders hielt. Ich brauche ein Schweißgerät. Mit der Hilfe von Roman muss ich nur wenige Meter laufen. Ein Nachbar hat alles nötige Werkzeug. Wenige Erklärungen später habe ich meine Hilfe. So zerlege ich mein Zuggeschirr, dass ein Arbeiten daran erleichtert wird. Lotte soll ich aber strikt an der Leine halten. Der Herr hat ein junges Reh verletzt am Straßenrand gefunden und mühsam wieder aufgepäppelt. Nun blicken mich zwei neugierige Augen vom Zaun des Freilaufgeheges her an. Lotte steht dermaßen unter Strom, dass sie am ganzen Körper zittert. So nah an einer jungen Ricke dran und doch so weit weg.

Zur Mittagsstunde geht es dann schließlich Richtung Havelberg. Eine Entlohnung möchte man von mir nicht haben. Meine Geschichte sei Bezahlung genug. So bedanke ich mich bei meinem Gönner.
Bis Nitzow muss ich mir die Straße dann noch mit den Autos teilen. Erst ab da habe ich dann einen Fahrradweg. Der Kracher ist der Weg nicht. Sicher, es führt mich mal einige Meter von der Fahrbahn weg und suggeriert den Hauch einer Waldwanderung. Jedoch sind das nur äußerst kurze Abschnitte.

Bild 1: Ein Hauch von Waldweg – Bild 2: Der Dom St. Marien zu Havelberg – Bild 3: Auf den aller letzten Metern doch noch Wirtschaftsweg

Havelberg selber lasse ich recht zügig hinter mir. Eigentlich hatte ich noch den Plan etwas einzukaufen. Das verwerfe ich jedoch. Ich habe keine Lust mehr. Die vergangenen Tage habe ich alles aus mit herausgeholt. Ich möchte keinen großen Umweg mehr laufen müssen. Kuhlhausen ist jetzt das einzige Ziel, das mir im Kopf umhergeistert. Dafür darf ich noch gute zehn Kilometer an einer Hauptstraße laufen. Durch Jederitz durch und dann würde ich es geschafft haben.

Was ein eintöniger Abschnitt. Ja, ich hatte vorher schon Strecken, die sich gezogen haben. Aber das hier ist eine glatte Sechs! Es ist so langweilig hier, dass ich mir sogar Musik einschalte. Schnurgerade Straße. Das Rauschen der Autos, die an mir vorbei brausen. Nein, hier entlang der Fahrbahn ist es nicht schön. Mit jedem Schritt sehne ich mich mehr und mehr nach meinem Ziel. Vorteil: Jeder Schritt bringt mich dichter heran. Nerven kostet es dennoch.

Was allerdings verrückt ist: Hier wimmelt es vor Radreisenden. Zwei, drei, fünf, sechs? Ich weiß gar nicht mehr, wie viele mich im Ganzen überholen, oder mir entgegen kommen. Einzig eine Familie hat sich mir eingeprägt. Gut, die Mutter rumpelt über den Grünstreifen, ohne zu klingeln. Man hätte doch auf sich aufmerksam machen können. Ihre Klingel sei zu leise. Ja, dann ruft man. Wo ist das Problem? Just in dem Moment versperrt Lotte dann auch noch den Weg. So müssen jetzt alle drei anhalten. Das gibt mir die Möglichkeit kurz nach dem Ziel zu fragen. Beziehungsweise der Route. Den Havelradweg bis Potzdam? Drei Tage Zeit? – Ich einmal rum um Europa. Fünf Jahre Zeit. Nein. Eher angepeilt.

Mit letzter Kraft rolle ich in Kuhlhausen ein. Kurz geschaut, wo war jetzt die Pension? Ja, da. Ich klingel und werde von verwunderten Blicken begrüßt. Du? Lange ist es her! Zu Fuß?! Eigentlich dürfen wir nicht. Aber, da man sich kennt, ich sei ja jemand, da kann man nicht »Nein« sagen. Perfekt! Dann möchte ich drei Nächte bleiben. Morgen kommen dann noch zwei Personen aus der Heimat. Es gibt Geburtstage zu feiern. Sofern das kein Problem ist. Nein, nein. Das wird schon klargehen. Damit steht der zweitägigen Pause nichts mehr im Weg!

Start/Ziel: Quitzöbel – Kuhlhausen
Laufstrecke: 24,17 km
Höhenmeter: 35 m
Zeit: 4:19 h
D.-geschw.: 5,60 km/h
Schritte: 29.100

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