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Nein, dem bin ich nicht begegnet.

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Dieser Bericht wird vom Dachdeckermeister Uwe Blech aus Mittelnkirchen präsentiert. Das Einmannunternehmen, das für Dachreparaturen und -sanierungen bestellt werden kann. Wenn Sie also ein Loch im Dach haben, schreiben Sie eine E-Mail an uweblech67@gmail.com und wenden sich an den Dachdeckermeister Uwe Blech.

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05.06.2021

Zwei Etappen noch. Lediglich zwei. Dann bin ich an der tschechischen Grenze. Wenn man bedenkt, dass der anfängliche Plan der war, dass ich Ende Mai dort sein möchte. Dafür habe ich im Mai aber zu viele Tage Pause gemacht. Im Kopf rattert stets der Rahmenplan, dass ich Mitte/Ende Juli in der Oberpfalz sein möchte. Dazwischen möchte ich aber auch noch einige Tage auf einem Bauernhof mitwirken. Aber wo? In welchem Zeitraum? Tschechien, ja, das steht schon fest. Wann und wo jedoch noch nicht. Dazu die Frage, wie ich vorankomme, wenn ich durch unser Nachbarland laufe. Es kann auch sein, dass ich mir gerade zu viele Gedanken mache. Was unumgänglich klar ist, dass ich, wenn ich an der Grenze bin, drei Tage die Beine hochlege. Lotte braucht diese Pause. Ich muss einiges abklären. Bezüglich des Bauernhofes und ich habe auch einiges an Ausrüstung, was sich in den vergangenen Tagen als überflüssig herausgestellt hat. Das möchte ich nach Hause schicken.

Nach dem Frühstück verabschiede ich mich von meinen Gastgebern und ziehe mit Lotte von dannen. Der Hauptstraße gefolgt, geht es auch ein Stückchen durch das Lößnitztal. Hier stoße ich auf eine Baustelle mit Ampelschaltung. Ja, das wird jetzt etwas heikel. Ich muss da durch. Platz ist am Rand nicht wirklich. Irgendwie wird es schon funktionieren. Also warte ich auf meine Grünphase und schiebe los. Zum Glück ist auf dieser Straße fast kein Verkehr.

Vor Metzdorf entdecke ich ein größeres Gebäude mit Bänken davor. Ich halte es für ein Wirtshaus oder ein Hotel. Herrschaften in Anzügen kommen heraus. Vielleicht eine Firmenveranstaltung? Ich setze mich auf einer der Bänke und verschnaufe. Da setzt sich einer der Herren zu mir auf die Bank. Eine angeregte Unterhaltung entsteht. Irgendwann werde ich gefragt, ob ich Hunger habe. Eine Scheibe Brot würde ich nicht ablehnen wollen. Eine Scheibe Brot? Ich soll ihm folgen. Hinter dem Gebäude haben sich viele Frauen eingefunden und ein kleines Buffet aufgebaut. Irgendwas ist hier komisch. Ich betrachte die Szenerie. Dann bekomme ich einen Teller in die Hand gedrückt. Wenig später sitze ich mit dem gleichen Herrn auf der Bank und lasse es mir schmecken. Jeder hat etwas zu diesem Essen beigetragen und mitgebracht. Dann ist die Katze aus dem Sack. Ich bin an eine »freie Kirche« geraten und es dauert nicht lange, dass ich nach meinem Glauben gefragt werde.

Mein Glaube, wenn man so will, ist die Wissenschaft. Ich ernte Stirnrunzeln. Ob ich Gott begegnet bin? Nein. Irgendwie fühle ich mich in dieser Situation unwohl. Ich möchte den Herrschaften nicht auf die Füße treten und versuche so neutral wie nur möglich die Fragen nach Glauben und Gottheiten zu umgehen. Immerhin darf ich ihr Gast sein. Wer möchte schon seinen Gastgeber verärgern? In gewisserweise ist das Gespräch auch interessant. Froh bin ich am Ende dennoch, als ich vom Hof rolle.

Bild 1: Das Hetzdorfer Viadukt über der Flöha – Bild 2 & 3: Die Holzbrücke Hohenfichte bei Metzdorf – Bild 4: Eine Schnecke kreuzt unseren Weg

In Metzdorf selber werde ich von einem Pärchen angesprochen. Was aber wohl eher an Lotte lag, die unverfroren, wie sie sein kann, einfach den Hof gestürmt, und alles erkundet hat. So plaudere ich ein weiteres Mal einen längeren Moment. Auch die Herrschaften auf der anderen Seite des Hügels, über diesen musste ich rüber, werden thematisiert. Man fängt an zu lachen. Das sei eine kleine sonderbare Gruppierung, gibt man mir zu verstehen. Das habe ich gemerkt. Aber nett sind sie. Man nickt. Aber sonderbar. Nun bin ich es, der nickt. Mit einem Radler in der Hand verstreicht die Zeit.

An der Holzbrücke Hohenfichte mache ich dann ein, zwei Bilder und ziehe weiter. Zum ersten Mal bekomme ich wirklich das Gefühl an einem Flusstalweg zu sein. Sicher, es geht heute auch das eine und andere Mal bergauf und -ab. Aber die Wege sind vom Zustand her gut. Ich kann der Beschilderung vernünftig folgen. Es macht wirklich Spaß an diesem Tag. Wobei der Gestrige jetzt auch nicht zu verachten war. Das letzte Drittel zumindest. Nun ist es aber das Wetter, das mir einen Strich durch die Rechnung macht. Bei Grünhainichen öffnen sie die Himmelsschleusen. Ich kann mit Lotte gerade noch unter das Vordach einer Werkstatt flüchten. Nun sitzen wir hier.

Gut eine Stunde verbringen wir hier. Besser scheint es nicht mehr zu werden. Also die Regenklamotten angezogen und weiter. Tage später, als ich meine E-Mails nachsehe, erblicke ich eine Nachricht des Werkstattbetreibers. Ich wäre gut sichtbar auf der Überwachungskamera zu erkennen. Mit den besten Wünschen für die Zukunft endet die Nachricht. Darüber habe ich mich wirklich gefreut. Aber zurück zum Hier und Jetzt.

Durch den Regen geht es nun weiter. Vorbei am Bahnhof von Grünhainichen und dann wechsel ich das Flussufer. Dann tauchen Absperrbarken auf. Die Straße ist gesperrt. Welche Möglichkeiten habe ich? Ich könnte durch Grünhainichen weiter nach Börnichen. Oder aber ein Stück zurücklaufen und dann über Borstendorf gehen. Niemals! Ich kletter nicht aus diesem Tal heraus und ich laufe nicht diese Umwege. Ich versuche es erst einmal mit der Baustelle. Vielleicht kann ich mich da durchquetschen. So gelange ich ohne große Umwege schließlich durchnässt nach Rauenstein.

Die Sonne steht schon verdammt tief und brauche dringend einen Schlafplatz. Da entdecke ich eine Hobbywerkstatt, wo noch gewerkelt wird. Kurz meine Geschichte erzählt und ich sitze mit einem Bier in der Hand im Trockenen. Die Flaggen, die hier an der Wand hängen, passen mal so gar nicht in mein politisches Weltbild. Ich bin aber auch nicht hier, um über Politik zu diskutieren. Ich möchte mich trockenlegen und schlafen. Noch dazu bekomme ich einige eingekochte Brotaufstriche als Proviant mit. Letztendlich plaudern wir über bisher Erlebtes und Fußball.

Start/Ziel: Falkenau – Rauenstein
Laufstrecke: 23,07 km
Höhenmeter: 208 m
Zeit: 4:48 h
D.-geschw.: 4,81 km/h
Schritte: 30.166

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