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Bobby und seine Kumpels

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Dieser Bericht wird von der Volksbank Stade-Cuxhaven präsentiert. Mein Ansprechpartner für Finanzfragen während meiner Tour. Weltweit bargeldlos mit der VR-BankingApp bezahlen oder ein schneller Geldtransfer an Freunde mit »Kwitt«. Für Fragen wenden Sie sich an einen persönlichen Finanzberater der Volksbank. »Morgen kann kommen. Wir machen den Weg frei.«

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16.07.2021

Dadurch, dass ich abgekürzt habe, ist Bad Abbach lediglich noch zehn Kilometer entfernt. Kelheim am morgigen Tag zu erreichen wird ein Kinderspiel. Doch zuvor muss ich mich aufraffen und loslaufen. Es ist wieder einmal der Moment, dass ich ein Ziel vor Augen habe und dann das Trödeln anfange. Ich sitze mit Anette am Essenstisch und quatsche. Über alternative Lebensweisen zum Beispiel. So haben sie und Wolfgang mit der Zeit auch einen Wandel durchlebt. Beide ernähren sich ziemlich fleischlos. So bekomme ich auf mein Brot diverse pflanzliche Aufstriche. Mal ist es mehr pikant, mal schmeckt es mehr nussig oder nach Bärlauch. Zudem bekomme ich einige Gläser als Reiseproviant mit. Ob ich das alles aufgegessen bekomme? Mir schwant, dass vieles verderben wird. Dennoch soll ich es mitnehmen. In meinem Hinterkopf geistern die Handwürste aus Degernbach herum, die ich auch noch nicht ganz vertilgt habe.

Vom Weg her ist es recht anspruchslos. Ich habe keine nennenswerte Steigung vor mir und abbiegen muss ich auch nicht mehr wirklich. Jedoch gibt es hier keinen Fahrradweg. Ich laufe auf einer Straße, die zu einem Autobahnzubringer führt. Dementsprechend herrscht viel Verkehr. So geht es über Gebelkofen nach Wolkering. Dort werde ich von einer Dame angesprochen, die vor einem Obstverkaufsstand steht. Es folgen einige kurze Erklärungen und dann wechsel ich die Straßenseite um eine Pause zu machen. Auf der Bank beginne ich mir ein Brötchen zu belegen, da bekomme ich unerwartet eine Vitaminbombe geschenkt. Ein Schälchen Erdbeeren und Himbeeren. Nach all der Handwurst, der vergangenen Tage, ist das geschmacklich eine wirklich schöne Abwechslung.

Während ich da so sitze und mir den Bauch vollschlage, tritt ein Herr an mich heran, der optisch schon viel erlebt hat in seinem Leben. So möchte ich es einmal dezent formulieren. Ob ich Geld habe, möchte er wissen. Er braucht etwas für den Bus, der in wenigen Minuten kommt und hätte nichts mehr. In meinem Kopf schrillen die Alarmglocken. Auch wenn es im Reich der Spekulation ist, erscheint er mir eher wie jemand, der mit einer Suchtkrankheit zu kämpfen hat. Sein Hund, der mehr wie ein gerupftes Huhn aussieht, ist zudem ziemlich aggressiv meiner Lotte gegenüber. Ich weiß nicht. Letztlich möchte ich aber auch kein Unmensch sein. Also gebe ich ihm einen Fünfer. Nur, um dann angemault zu werden, da das Busticket teurer sei. Schon jetzt bereue ich die Entscheidung. Er meint aber, dass er die paar Cent, die jetzt noch fehlen würden, woanders herbekommen wird. Ich schaue ihm argwöhnisch hinterher.
Kurz darauf kommt der Bus und ich schaue. Geht er vorne rein, um sich eine Fahrkarte kaufen zu können? Die Türen gehen auf und er schickt sich wirklich an vorne … nein, er knickt ab und steigt hinten ein.

Nach über einer Stunde packe ich dann meine Sachen wieder zusammen und laufe weiter. Am Pendlerparkplatz zur Autobahn hellt sich meine Mine dann wieder auf. Eine Gruppe junger Leute fährt hupend an mir vorbei und hält kurz darauf. Wenige Sätze später habe ich ein Treffen mit ihnen auf dem Parkplatz von einem Supermarkt. Man möchte ein Bier mit mir trinken. Ich soll dann etwas von meinen bisherigen Erlebnissen berichten. Für ein kaltes Bier? Nur zu gerne. Also steuere ich an der Stadtgrenze zu Bad Abbach den angesprochenen Parkplatz an. Auf diese Weise lerne ich Bobby und seine Clique kennen. Bobby kommt aus den USA, aus Kansas, um genau zu sein und ist hier heimisch geworden. Eine weitere Stunde vergeht, ehe ich wieder auf die Straße gehe.

Bild 1 & 2: Die Kirchen von Kapfelberg und Bad Abbach in der Ferne – Bild 3: Sonnenuntergang am Donauufer

Während ich durch den Stadtkern laufe, ergeben sich noch die ein und andere Plauderei. Mit Anwohnern, mit Radreisenden. Ich muss mit meinem Wagen einmal durch eine Baustelle rumpeln, die an diesem Samstag verwaist ist. Bin ich der Einzige? Nein. Alles lauft und fährt hier durch. Die Gullis ragen gute dreißig Zentimeter in die Höhe. Schlaglöcher im sandigen Boden, dass man einen Brückenpanzer beschäftigen könnte. Ich mittendrin. Man möchte ja den direkten Weg gehen.
Dann endlich habe ich wieder festes, ebenes Geläuf unter den Füßen und die Donau zu meiner Rechten. Kelheim steht auf den Fahrradwegweisern. Die Euphorie steigt. Nicht mehr weit.

Während ich nun also die Entfernung zu Kelheim verringere, bin ich am Grübeln, wo ich denn heute Nacht mein Lager aufschlagen möchte? Immer wieder halte ich an und schaue auf die Karte. Bei Poikam oder Kapfelberg und die Uferseite wechseln? Nahe Lengfald oder doch bei Alkofen? Ich kann mich nicht entscheiden. Was wäre am Günstigsten? Das wären Kapfelberg oder Alkofen. Einen Landwirt suchen? Im Zelt? Ich bleibe auf dem südlichen Donauufer und entscheide mich für letztgenannten Ort. Jedoch bleibe ich lediglich auf der gleichen Höhe. Ich entdecke nämlich am Ufer einen Feldweg, der zwar ein Stück zurückführt, wo aber eine Lichtung zu sehen ist. An den Baumstämmen hat jemand »Privat«-Schilder aufgehängt. Kann das vielleicht der Parkplatz für Angler eines Vereins sein? Es würde zwar nur ein Fahrzeug hinpassen, aber … ach, da hinten ist eine weitere Parkbucht. Holzbänke sind hier und da. Das wird mein Schlafplatz. Jedoch baue ich mein Zelt noch nicht auf. Es ist noch zu früh. Noch sind zu viele Menschen mit dem Fahrrad und zu Fuß unterwegs.

Ich baue mir ein kleines Gelage auf und lasse es mir schmecken. Da erscheint ein junger Herr und nimmt auf der Bank platz, die am Abzweig steht. Ob er einer vom Verein ist? Ich melde mich mal an und frage, ob eine Durchreiseübernachtung in Ordnung wäre.
Er ist auch nur hier mit einem Kumpel verabredet. So sitzen wir später zu dritt zusammen und plaudern etwas. Ein, zwei Getränke später sitze ich dann wieder alleine am Flussufer und baue im orange des Sonnenuntergangs mein Zelt auf.

Start/Ziel: Köfering – Alkofen
Laufstrecke: 19,83 km
Höhenmeter: 84 m
Zeit: 3:28 h
D.-geschw.: 5,72 km/h
Schritte: 23.033

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