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Conny ist weg!

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Ein Hinweis der Werbung:
Dieser Tagesbericht wird von der Benediktinerabtei Weltenburg aus Kelheim-Weltenburg präsentiert.
Das Kloster Weltenburg wurde von den iroschottisch-kolumbanischen Wandermönchen
Eustasius und Agilus um das Jahr 600 gegründet und ist somit das älteste Kloster Bayerns. Genießen Sie bayerische Köstlichkeiten in der klostereigenen Schenke und dazu ein Bier aus der ältesten Klosterbrauerei der Welt.
Verbringen Sie einige Tage im Gästehaus mit Einzel- und Doppelzimmern. Oder möchten Sie eine Tagung abhalten? Dann können Sie das hier, in einem der acht Tagungsräume tun. Besuchen Sie den Klosterladen, der ein breites Angebot an Artikeln, wie Bildbände, Postkarten, Holzschnitzereien und vieles mehr anbietet.
Die Benediktinerabtei Weltenburg freut sich über Ihren Besuch.

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17.07.2021

Irgendwas ist komisch. Mein Zelt sieht ungewöhnlich aus. Im Morgengrauen mache ich die Lampe an, die neben meiner Luftmatratze liegt. Eine Zeltstange ist gebrochen. Toll. Zum Glück habe ich die nächsten zwei Tage eine Pause eingeplant. Dann kann ich das reparieren und vielleicht eine neue Stange bestellen. Doch zuerst folge ich dem Ruf der Natur und krabbel anschließend noch einmal in den Schlafsack zurück.

Ich weiß gar nicht, wann genau ich wirklich aufgestanden bin. Ich weiß nur noch, dass ich mich selbst etwas unter Zeitdruck gesetzt habe. Heute werde ich Kelheim erreichen. Das Kloster Weltenburg besuchen. Mein Plan ist es mit dem Fährschiff hin, und zu Fuß zurück und dann nach Ihrlerstein zu laufen. Dort, wo ich bei Ralf und Conny zwei Tage pausieren werde. Ralf und Conny kenne ich aus der Zeit, als sie noch bei uns in Steinkirchen gewohnt haben. Der Wechsel des Arbeitsplatzes hat dazu geführt, dass sie nun hier in Bayern heimisch geworden sind. Es sind auch schon Jahre vergangen, dass ich beide einmal gesehen habe. Das wird bestimmt herzlich. Ich freue mich.

Als ich dann die letzte große Kurve der Donau laufe, taucht sie auf. Die Befreiungshalle über Kelheim. Es kribbelt im ganzen Körper. Ähnlich, als ich vor ein paar Tagen Sankt Englmar erreicht habe. Ich bin nach Kelheim gelaufen. Mit Umweg. Einem großen Umweg. Bald trinke ich ein Bier der weltweit ältesten Klosterbrauerei. Ich werde den Donaudurchbruch erst mit dem Schiff durchfahren und auf dem Rückweg überlaufen. Das wird so gigantomanisch gut!

Bild 1: Bruch am Morgen – Bild 2: Schiffsverkehr auf der Donau – Bild 3: In der Ferne: Die Befreiungshalle über Kelheim – Bild 4: Ziel erreicht. Das Kloster Weltenburg

Während ich durch das Stadtgebiet laufe, komme ich mit einem anderen Hundehalter ins Gespräch. Ich klinge so norddeutsch. Woher ich komme? Steinkirchen, bei Stade, Hamburg. Ja, ich bin gelaufen. Den ganzen Weg. Ausgenommen die zwei, drei Fährfahrten. Warum ich von Süden her komme? Weil ich mit dem Wagen über den Bayerischen Wald rübergezogen bin. Ich? Verrückt? Ja! Ja, das ganz bestimmt! Danke für das Kompliment! Er wünscht mir für meine weitere Tour alles nötige Glück. So trennt man sich wieder.

Ich habe Durst. Etwas mit Geschmack wäre schön. Der nächste Supermarkt ist nur wenige hundert Meter entfernt. Auf dem Parkplatz angekommen, werden zwei Herren an einem Stand auf mich aufmerksam. Man macht Werbung für eine neu eröffnete Sportschule. Nachdem ich meine Geschichte ein weiteres Mal an diesem Tag erzählt habe, werde ich zu einem halben Hahn mit Pommes eingeladen. Noch dazu machen wir ein kleines Video für die sozialen Netzwerke.

Gut gestärkt geht es dann auf die letzten Kilometer zum Schiffsanleger, von wo aus ich zum Kloster schippern möchte. Einmal noch über diese Brücke und … ein Auto hupt. Ich schaue zur Seite. Conny winkt hinter ihrer Seitenscheibe. Da haben die mich gefunden, ehe ich es zum Kloster geschafft habe. Auch schön. Dann kann man eine ganze Weile länger plaudern. Ich laufe langsam über die Brücke zum Parkplatz. Ralf ist unterdessen umgedreht und ebenfalls dorthin gefahren. Noch von oben her kann ich sehen, wo sie sich hingestellt haben. Conny ist augenblicklich aus dem Auto gesprungen und auf den Deich gelaufen und winkt wieder. Als ich die Schräge zum Parkplatz herunterlaufe, entdecke ich Ralf an seinem Auto. Conny? Die ist weg.

Nach einer herzlichen Begrüßung laufen wir langsam zum Anleger. Von dort kommt Conny gelaufen. Wie ich gelaufen bin? Da hinten ist eine Rampe. Ich zeige mit dem Finger in die Richtung. Man wollte mich im Kloster überraschen. Ja, da bin ich jetzt zu langsam für gewesen. Oder zu schnell? Man weiß es nicht. Man fragt mich nach meinen weiteren Plänen. Kloster und dann zu Fuß zu euch. Das möchte ich mir nicht nehmen lassen. Mit dem Auto hinauf? Niemals! Das wäre geschummelt. Ob etwas vom Gepäck schon mit soll. Dann habe ich nicht ganz so schwer zu ziehen. In keiner Regel, die ich mir selber auferlegt habe, steht, wie schwer der Wagen zu sein hat. Also einiges vom Schweren raus. Wenn ich schon mal das Glück, und eine Art Lieferwagen vor der Nase habe. Dann mache ich den Fehler und die Kofferraumklappe falsch zu. Fragt mich nicht, wie man da etwas falsch machen kann. Jedenfalls springt einer der Arme aus der Führungsschiene, oder so ähnlich. Das bedeutet, dass Ralf nach Hause, und die Klappe schnell reparieren muss. Ohne Werkzeug geht das nicht.

So sitzen Conny und ich nur zu zweit auf dem Schiff. Ein Schwall an Fragen prasselt auf mich herein. Was ich bisher erlebt habe. Wie ich es körperlich weggesteckt habe. Wo es besonders schlimm war. Wo besonders gut. Über die Beweggründe plaudern wir und, und, und.
Als das Schiff den kleinen Anleger am Kloster ansteuert, steht Ralf am Ufer und erwartet uns. Gemeinsam gehen wir in den Innenhof und gönnen uns erst einmal ein kaltes Klosterbier. Anschließend eine deftige Mahlzeit. Ein Fleischpflanzerl (Frikadelle Bulette), wie es hier heißt, vom Reh mit Knödel und Waldpilzen.

Dann möchte ich mit der Seilfähre das Ufer wechseln und von Weltenburg zurück nach Kelheim und weiter nach Ihrlerstein laufen. Wegen des Hochwassers und der Strömung fährt diese Fähre jedoch nicht. Wird nichts aus meinem Rückmarsch. Also ich alleine wieder auf das Schiff und so nach Kelheim zurück.
In der Innenstadt komme ich noch mit dem einen und anderen kurz ins Gespräch, ehe ich den Main-Donau-Kanal quere und mich mit dem Wagen dann den Herzberg, der wohl steilsten Straße hier hochquäle.

Bild 1: Ein Blick auf den Donaudurchbruch – Bild 2: Über den Main-Donau-Kanal – Bild 3: Besuch aus der Heimat

Wenige hundert Meter vor dem Ziel ruft plötzlich wer von der Terrasse. Was ich hier mache? Ich laufe durch Europa. Ich komme aus Hamburg. Ob ich ein kaltes Bier möchte? Klar! Was ist das hier für ein Trubel? Hochzeit? Glückwunsch und danke für das Bier.
Dann biege ich auf die richtige Straße ein und kann Conny, Ralf und Ole entdecken. Ole ist der Hund, von dem Conny mir auf dem Schiff bereits berichtet hat. Lotte ist sogleich aus dem Häuschen. Ole sowieso. So beginnen zwei Tage Pause in Ihrlerstein bei Conny und Ralf.

Am zweiten Tag meiner Pause erhalte ich mehr oder weniger überraschend Besuch aus der Heimat. Feuerwehrkameraden sind zur Zwischenabnahme vom neuen Löschfahrzeug nach Giengen bei Ulm gefahren. Im Vorwege habe ich Kontakt zu Felix (der Felix, der mich in Kuhlhausen bereits besucht hat) aufgenommen, sollte man noch etwas Zeit überhaben, dann könnte man sich treffen. Giengen sei lediglich einhundertfünfzig Kilometer von Kelheim entfernt. So dicht käme man in der nächsten Zeit nicht mehr zusammen. Nach weiterer Rücksprache aller Mitreisenden ist das klargegangen. So hat man mich aus Ihrlerstein abgeholt und ein paar schöne Stunden im Kloster verbracht. Dort ist das Wasser der Donau unterdessen so hoch gestiegen, dass einige Straßen gesperrt wurden und kein Schiff mehr gefahren ist. Wie hoch das Wasser noch gestiegen ist, kann ich aber nicht sagen.

Start/Ziel: Alkofen – Ihrlerstein
Laufstrecke: 17,74 km
Höhenmeter: 120 m
Zeit: 3:25 h
D.-geschw.: 5,19 km/h
Schritte: 22.664

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