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Ein Treidelschiff samt Pferd

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Dieser Bericht wird vom Rosies Gartenwelt aus Hollern-Twielenfleth präsentiert.
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22.07.2021

Das Werkeln durch Menschen lässt mich wach werden. Ich schaue vor mein Zelt und kann Bauarbeiter auf den Gerüsten sehen. Wie spät ist es denn? Oh! Da hat jemand etwas länger geschlafen. Während ich versuche dem Ruf der Natur zu folgen, frage ich die Leute auf dem Gerüst, ob es dafür im Gebäude eine Möglichkeit gibt. In einer halben Stunde, ja. Dann wird aufgeschlossen. Zuvor heißt es Beine verschränken und abwarten. Dann fange ich eben an, mein Zelt abzubauen. Erst die Nacktschnecken von der Außenplane schnipsen und dann auf dem Geländer vom Bootskonstrukt unweit von mir hängen, damit diese abtrocknen kann.

So genau weiß ich nicht, was das sein soll, dieses Bootskonstrukt. Es wirkt wie ein Kiosk mit angeschlossenem Biergarten. Würde ja zur Thematik Erlebniswelt Wasserstraße passen. Dann den Schlafsack aufgerollt, die Luft aus der Matratze und Kopfkissen raus. Ich mache recht gute Fortschritte. Dann aber drückt es zu sehr. Ich schaue auf die Uhr. Erleichterung! Ich komme!

Als ich mit dem Verstauen meiner Utensilien auf dem Wagen allmählich fertig werde, kommt einer der Bauarbeiter zu mir. Man plaudert eine ganze Weile über deren Projekt der Renovierungsarbeiten und über meines. Schließlich wünscht man sich einen schönen Tag und ich mache mich auf, die Entfernung nach Neumarkt in der Oberpfalz zu verringern.
Bei Plankstetten ist es dann so weit. Das Wappenschild der Oberpfalz erscheint am Kanalufer. Somit verlasse ich die Region Oberbayern wieder, welche ich am Vortag gerade erst betreten habe.

Nachdem ich mich in Berching bei einem Supermarkt ausgeruht habe, laufe ich nun entlang der Bundesstraße. Wobei auch nicht so richtig. Der historische König-Ludwig-Kanal läuft ab hier durchgehend bis Nürnberg. Demnach verlasse ich den modernen, wirtschaftlich genutzten Kanal vorerst. In Nürnberg werde ich ihn wiedersehen. Radler um Radler überholt mich oder kommt mir entgegen. Es ist nicht ganz so stark frequentiert, wie im Altmühltal, jedoch langweilig wird es auch hier nicht. Ein Wortwechsel hier, eine Plauderei dort.

So langsam kommt es mir dann aber doch komisch vor. Müsste ich nicht langsam wieder direkt am Kanal und weg von der Bundesstraße laufen? Zieht sich das in diesem Bereich wirklich so sehr? Müsste nicht langsam das Treidelschiff in der alten Schleuse auftauchen? Das habe ich so nicht in Erinnerung. Wobei, was heißt hier erinnern? Ich bin vor zwei Jahren einmal mit dem Fahrrad hier durch. Weiß ich noch auf den Meter genau, wie das hier alles verläuft? Nein, nicht so ganz. Ich frage einen Passanten. Treidelschiff in der Schleuse? Er deutet in die Richtung, wo ich hin möchte. So ein, zwei Kilometer noch, dann hätte ich es geschafft. Dann wird das auch wieder ruhiger mit den Autos und so. Die sind dann weg vom Wasser.

Ich erreiche Pollanten. Die Straßenführung ist hier auch mal anders gewesen. War damals nicht noch Baustelle hier? Eine Gruppe Radreisender steht mit mir an der Ampel und bestätigt meine Frage. Hier komme ich wieder direkt zum Kanal. Einmal über die Brücke eine langgezogene Kurve laufen und dann bin ich am Wasser.
Angler haben sich hier ausgebreitet und baden ihre Würmer. Ein freundliches Hallo und guten Weg und dann bin ich in der so ersehnten Idylle König-Ludwig-Kanal. Keine Autos mehr. Nur noch ich, das leise knirschen der Schottersteine, das sanfte Rumpeln des Wagens. Das Zwitschern der Vögel und das Klimpern von Lottes Hundemarke.

Bild 1: Die Oberpfalz ist erreicht – Bild 2: Lächeln für’s Foto – Bild 3: Ein Treidelschiff samt Pferd

An der Schleuse fünfundzwanzig ist dann etwas anders. Das Bildhauersymposium ist da, wie vor zwei Jahren. Doch, wo ist das Treidelschiff? Der Wunsch ist doch gewesen, damit ein Foto zu machen. Ist es zur Reparatur? Ist hier irgendwo ein Schild, wo erklärt wird, dass das Boot nicht da ist? Nein. Was für ein Reinfall. So laufe ich weiter. Kaum einen halben Kilometer später reibe ich mir die Augen. Da … da kommt mein Schiff! Auf meiner Wegspur läuft ein Pferd mit seinem Führer. Eine Leine ist zum Schiff gespannt. Nun darf ich also einmal sehen, wie es hier vor Hunderten von Jahren abgelaufen ist. Wie die Güter von Bamberg bis nach Kehlheim und zurückgebracht wurden. Das ist ja cool! Vergiss das Gejammer, dass das Schiff nicht in der Schleuse gewesen ist. Das ist wesentlich besser! Der Auslöser der Kamera klickt. Ein Mal. Zwei Mal.

Während sich die Entfernung zwischen mir und Schiff verringert, wird das Pferd plötzlich unruhig. Solch einen Wagen, wie ich ihn habe, hat es noch nicht gesehen. Ich gehe an die Seite und bleibe regungslos stehen, während der Pferdeführer das Tier beruhigt. Das fehlt jetzt noch, dass der Gaul durchgeht. Zum Glück wirkt alles dramatischer, als es wirklich ist. Da versteht jemand etwas von seinem Tier und Handwerk. Die Reisenden auf dem Treidelschiff winken fröhlich. Ein paar Fragen und Antworten werden ausgetauscht und dann bin ich wieder alleine auf weiter Flur.

Dann knurrt der Magen irgendwann so sehr, dass ich unbedingt etwas essen möchte. Schon länger habe ich nach einer Bank Ausschau gehalten. Ich habe auch die eine und andere gefunden. Die standen jedoch alle in der prallen Sonne. Also habe ich sie verschmäht. Ich möchte Schatten haben. Ich könnte ja meinen Campingstuhl aufbauen und meine Staukisten als Tisch nutzen. Da bin ich dann aber auch zu faul für. Das sind die Luxusprobleme der Straße, wenn ich es so nennen darf.

Mir springt ein Sportheim mit Biergarten ins Auge. Das wäre etwas. Ich würde dann zwar wieder für Speis und Trank bezahlen und meine Vorräte würden weiter unangetastet bleiben, dafür hätte ich Schatten. Was also tun? Ich schaue mir das zumindest einmal näher an. Dabei bleit es auch. Es ist geschlossen. Aber die Stühle stehen noch im Außenbereich. So greife ich mir eine Sitzmöglichkeit und stelle sie in den Schatten. Essen!
Auf dem Sportplatz selber dreht gerade jemand mit dem Aufsitzmäher seine Runden. Ob das der Platzwart ist? Wenn ihm nicht passt, dass ich hier sitze, wird er sich schon zu Wort melden.

Während ich da im Schatten so sitze, muss ich echt aufpassen, dass mir die Augen nicht zufallen. Ich habe gerade eine richtige Schwächephase. Ich blicke auf die Karte. Einige Kilometer noch, dann brauche ich Morgen nicht so weit laufen. Schon weiter? Nein! Sitzenbleiben. Es Lotte gleichtun und etwas dösen.
Irgendetwas ist jetzt anders. Der Lärm ist weg. Ich öffne die Augen. Der Herr vom Rasenmäher kommt zu mir. Er ist nicht der Platzwart, sondern gehört zu einer Fremdfirma, die hier nur das Gras kurzhält. Und jetzt ist Feierabend. Bis er wieder in der Firma ist, vergeht auch noch mal eine halbe Stunde. Kein Bein ausreißen. Morgen ist auch noch ein Tag.

Langsam muss ich mich auch mal um einen Schlafplatz bemühen. Direkt am Kanal wäre vielleicht eine Möglichkeit. Jedoch ist nicht allzu weit weg ein Campingplatz. Möchte ich auf diesen? Nicht wirklich. Zumal würde mich das auch etwas von der Idealroute wegführen. Wenn es nur irgendwie möglich ist, dann will ich versuchen den kürzesten Weg zu laufen. Dafür verlasse ich den Kanal und laufe die letzten Kilometer der Etappe wieder an der Bundesstraße.

Vor Sengenthal komme ich dann mir einem Radfahrer ins Gespräch. Man könnte an den Baggersee gehen. Da ist jetzt allerdings noch zu viel Verkehr. Es könnte sich jemand daran stören, wenn ich mich mit dem Zelt hinbaue. Ich könnte zum Tennisheim hochgehen. Da geht vielleicht etwas. So versuche ich es dort. Wobei es beim Biertrinken bleibt. Ich kann keine Grünfläche sehen, wo mein Zelt draufpassen würde. Nein, ich muss weiter und es woanders versuchen. Ich bezahle meine Getränke und gehe zu meinem Wagen zurück.

Etwas ist komisch. Der lässt sich so schwer ziehen. Warum klappert der so? Ich laufe um den Wagen herum. Ich habe einen Plattfuß. Mega! Ist jetzt egal. Ich brauche einen Schlafplatz. Dann kümmere ich mich um den Reifen. Nur wie weit laufe ich jetzt noch mit der Klapperkiste? Ich will mir auch nicht die Felge kaputt machen. Mir fallen Flutlichtmasten auf. Ein Fußballplatz! Das ist die Lösung. Dort gibt es bestimmt auch Bänke, dass man sich in Ruhe hinsetzen und alles wieder richten kann.

Kaum angekommen werde ich freundlich begrüßt. Man hat heute Fußballtraining und ist mitten im Trainingsspiel. Der Platzwart ist auch vor Ort. Nach kurzer Rücksprache steht meiner Übernachtung nichts im Wege. So schaue ich noch etwas zu, wie der Ball von links nach rechts fliegt und ab und an im Netz zappelt. Bei einem abschließenden Bier und angeregten Unterhaltungen endet dieser Tag dann am Fußballplatz des ASC Sengenthal.

Start/Ziel: Gösselthal – Sengenthal
Laufstrecke: 24,27 km
Höhenmeter: 80 m
Zeit: 4:17 h
D.-geschw.: 5,67 km/h
Schritte: 28.209

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