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Ich habe Pilsach erreicht! – Zu Fuß! – Schon wieder!

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Dieser Bericht wird von der ESSO SB Station B. Wahlen aus Steinkirchen präsentiert.
Im Meisterbetrieb der KFZ-Innung wird sich neben Landmaschinen- und KFZ-Reparaturen auch um ihre Gartengeräte gekümmert.
Von Fahrzeugdiagnose zu Inspektion, Klimaservice und Reifenservice. Wenden Sie sich an die ESSO SB Station B. Wahlen.

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23.07.2021

Müde wische ich mir den Schlaf aus den Augen. Wie spät ist es? Kaum sieben Uhr. Ja, dann raus. Das Rad möchte repariert werden. Zuerst mal gilt es aber Lotte zu bremsen. Feldhasen haben sich aus dem Schutz von Bäumen und Unterholz gewagt und sitzen in größerer Zahl auf der grünen Freifläche. Mein Hund sitzt da und zittert am ganzen Körper vor lauter Anspannung. Dann ist plötzlich Ruhe auf der Wiese. Alle Hasen sind verschwunden. Eine andere Hundehalterin dreht mit ihrem Vierbeiner die morgendliche Runde.

Den Wagen auf den Rücken gedreht, habe ich das platte Rad abmontiert. Schnell der Mantel runter und der Schlauch abgezogen. Der Eimer mit Wasser gefüllt und etwas Luft auf den Schlauch. Wo ist das Loch? Da! Den Schmirgellein genommen und das Gummi angeraut, Kleber drauf und Flicken hinterher. Fertig. Nur noch etwas warten. In der Zeit untersuche ich den Mantel, ob der Fremdkörper noch drinsteckt. Fühlen kann ich nichts. Brauche ich auch nicht. Der Reifenmantel zeigt innere Auflösungserscheinungen. Ich überlege, nehme dann einen Streifen Faserklebeband und lege es über die beschädigte Stelle. Für die letzten zwölf, vierzehn Kilometer wird es halten. Dessen bin ich überzeugt. Also Schlauch und Mantel wieder auf die Felge montiert und Druck drauf.

Dann greife ich mein Mobiltelefon und rufe in der Heimat an. Vielmehr beim Fahrradhändler. Da habe ich vor meinem Aufbruch Reifen mit Durchstechschutz bestellt. Durch das Schiff, das Anfang des Jahres den Kanal blockiert hat, ist alles verzögert. Meine Reifen waren für Mitte, Ende Juli angekündigt. Das haben wir jetzt. Sind die Reifen da? Die Antwort: Ja! Wie diese aber zu mir bekommen? Das ist nicht das Problem. Am kommenden Dienstag fahren die Kerstin und der Thorsten für einen Kurzurlaub hier her. Die frage ich, ob sie mir die Reifenmäntel einfach mitbringen mögen. Deal!

Während ich nun anfange mein Zelt abzubauen und alles Übrige wieder in den Kisten verstaue, bekomme ich Besuch. Der Platzwart möchte wissen, ob ich die Nacht gut überstanden habe. Ich nicke. Dann fragt er, ob ich meinen Reifen mit dem Kompressor für die Fußbälle befüllen möchte. Sicher, so bekomme ich mehr Druck drauf und muss mich mit der Handpumpe nicht so abquälen. Bei der Gelegenheit prüfe ich den Reifendruck vom zweiten Rad auch gleich mit. Nach einem finalen Besuch der Keramikabteilung geht es schließlich auf die letzten Kilometer.

Über einen alten Bahntrassenradweg, den ich bisher auch noch nicht gekannt habe, geht es in die Kreisstadt Neumarkt in der Oberpfalz. Auf dem Weg komm eich mit einer Dame ins Gespräch, die mit ihrem Rad unterwegs ist. Kaum bin ich auf der Hauptstraße, werde ich von Straßenarbeitern angesprochen. Ein anderer Radler gesellt sich kurz dazu. Ich beantworte die gewohnten Fragen und man wünscht mir viel Glück für mein weiteres Vorhaben.

Bild 1: Nicht mehr weit – Bild 2: Ziel erreicht!

Dann ist es endlich so weit. Ich bin am Bahnhof und von dort aus ist es ein Steinwurf zu dem Wirtshaus, wo ich hinmöchte. Insgesamt gibt es drei Wirtshäuser. Den Unteren,- Mittleren und Oberen Keller. Ich möchte zum Oberen und zur Feier des Tages ein sogenanntes Schäuferl essen. Das ist ein Stück aus der Schweineschulter mit Bratensoße und Kartoffelklos. Da freue ich mich schon so lange drauf. Jedes Mal, wenn ich in Bayern bin, ist es quasi die Pflichtveranstaltung. Eine von zwei, um genau zu sein. Ein Schäuferl essen und ein Klosterbier in Kelheim trinken. Das werde ich bald eine lange Zeit nicht tun können, deswegen wird jeder Augenblick hier besonders ausgekostet.

Es ist heute wieder verdammt warm. So richtig Lust zum Weiterlaufen habe ich nicht. Dabei sind es doch nur noch knappe sieben Kilometer. Los, aufraffen! Danach ist Pause. So laufe ich äußerst langsam weiter. Durch die Fußgängerzone. Dabei werde von unzähligen Augen beobachtet. Durch das Kopfsteinpflaster erzeuge ich eine nicht überhörbare Geräuschkulisse. Vielleicht ziehe ich dadurch einige Blicke mehr auf mich. Nun geht es über Wege, die ich schon so oft gesehen habe. Mit dem Fahrrad. Mit dem Auto. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich schon hier war. Man könnte mir die Augen verbinden und ich würde zu meinem Ziel finden.

Dann bremse ich kurzentschlossen ab. Ich bin am Redaktionshaus der regionalen Zeitung. Ob die eine Geschichte gebrauchen können? Ich frage mal nach. Sofort geht ein Telefonat ins nächste Stockwerk. Man soll einen Reporter runterschicken. Eine nette Plauderei und einige Fotos später bin ich wieder auf der Straße. Pilsach ist das Ziel! Lauf jetzt!
Habe ich noch kalte Getränke? Nein. Habe ich Durst? Ja! Also doch noch eine Pause. Ich steuere einen Getränkehändler an. Kurz darauf sitze ich mit kalter Limonade im Schatten und vertrödel wieder Zeit.

Dann klingelt das Telefon. Nadja fragt, wo ich bin. Ich gebe schnell Auskunft. Si müsse noch einkaufen und würde in meine Richtung kommen. Das passt super! Ich brauche auch noch etwas. Ich frage, ob sie meine Einkäufe dann mit zu sich nehmen würde. Erneut habe ich einen Deal. Ob sonst noch etwas von meinem Gepäck mit soll. Ich schaue, verneine aber. Das schaffe ich jetzt so. Es stehen ja keine großen Berge mehr im Weg.

Auf den letzten Kilometern bekomme ich mich dann noch mit einem Radreisenden in die Haare. Ich habe meinen Wagen vielleicht etwas ungünstig in einem Kurvenbereich abgestellt, um ein Foto zu machen. Ich könnte jetzt dagegen halten, dass man nicht so schnell durch unübersichtliche Stellen fahren sollte. Wie dem auch sei. Es ist, bis auf einen Schreck, nichts passiert. Glück gehabt. Beide.

Dann ist es soweit. Ich verlasse den Radweg der Bundesstraße und biege auf die Dorfstraße von Pilsach ein. Zuvor plaudere ich noch mit zwei Rennradlern, die nach Neumarkt wollen und irgendwie auf der falschen Straßenseite gelandet sind. Ich gebe zu verstehen, dass hier der Radweg ohne größere Umschweife in die Stadt führt. Man bedankt sich und wechselt auf den Weg. Ich hingegen nehme die jetzt wirklich letzten Meter in Angriff. Vorbei am Sportplatz. Vorbei an den ersten Häusern, direkt in den Ortskern. Nur noch zwei Mal links abbiegen und ich bin am Ziel. Die Freude ist groß. Der Empfang herzlich. Ich bin nach dem Vorjahr ein zweites Mal nach Pilsach gelaufen.

Start/Ziel: Sengenthal – Pilsach
Laufstrecke: 12,21 km
Höhenmeter: 55 m
Zeit: 2:08 h
D.-geschw.: 5,72 km/h
Schritte: 15.201

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