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Kurzinformationen der letzten Tage zusammengefasst. Stand: 03.12.2021

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Nach langer Zeit mal wieder dreißig Kilometer
03.12.2021
Meine Gastgeber müssen am morgen früh das Haus verlassen. So bin ich mit Lotte schon um halb neun auf der Straße. Wir lassen die Stadt Compiègne recht schnell hinter uns und schaffen es den Tag noch bis Sacy-le-Grand. Gegen Mittag setzt dann Nieselregen ein und zerrt ein wenig an den Nerven. In den kommenden drei Tagen soll das Wetter so bleiben.

Ich erreiche Fontenoy
30.11.2021
Lotte hat sich etwas verausgabt. Ich lasse sie zu meist frei laufen und auf den weitläufigen Feldern ist so viel Platz. Sie läuft von links nach rechts und umgekehrt. Der Schwanz wedelt freudig in der Luft. Es geht ihr gut. Zum Abend hin ist mit ihr jedoch nichts mehr los. Eine Pause muss her und ich habe Glück. Ich darf zwei Nächte in einem Bett schlafen und Lotte kann sich erholen.

Gutes Bauchgefühl
28.11.2021
Zwei Etappen bin ich seit Asfeld gelaufen und zwei Mal bin ich Menschen bei meiner Suche nach einem Schlafplatz begegnet, die gut Englisch und ein bisschen Deutsch sprechen konnten. Mein Navi wollte mich vom Weg her über die Straße »National 31« schicken. Die verläuft von Reims nach Rouen. Dementsprechend ist dort hohes Verkehrsaufkommen. Ich laufe nördlich des Flusses Aisne, wo weniger Verkehr herrscht.

Drei Tage Asfeld
26.11.2021
Was habe ich mich über die drei Tage Pause gefreut. Ich bin gefühlt dem halben Dorf vorgestellt worden. Ich habe mit Lotte die Feuerwehr besucht und bin hier und dort zum Essen eingeladen worden.
Ich habe die örtliche Schule besucht und am Deutschunterricht teilgenommen. Habe dort etwas von mir und meiner Reise erzählt. Die kleinen Jungen und Mädels waren so interessiert, dass wir kurzerhand den Stundenplan über den Haufen geschmissen und eine Doppelstunde Deutsch unterrichtet haben. Danke an allen aus Asfeld für die wirklich tolle Zeit. Und danke, dass man von Deutschland her, von Harsefeld, dem Partnerort von Asfeld dieses Treffen organisiert hat.

Fragen kann ich nicht
22.11.2021
Ich laufe und laufe. Asfeld rückt immer näher. Ich freue mich auf eine mehrtägige Pause. So viele Etappen bin ich noch nicht am Stück gelaufen. Das Wetter und die Temperaturen laden aber auch zum Laufen ein. Selbst wenn es grau ist. Solange es trocken ist, gibt es nichts zum Mosern.
Auf einem Rübenhof entdecke ich ein größeres Vordach, das ich als Nachtlager wähle. Ich kann jedoch niemanden fragen, weil keiner auf dem Hof ist. So gehe ich das Risiko ein und baue mich ohne Erlaubnis auf. Mit dem Wecker etwas früher gestellt, stehe ich noch im Dunkeln auf. Bis auf ein paar Passanten bekommt niemand mit, dass ich jemals hier gewesen bin.

Jetzt ist es das Internet, das mir die Türen öffnet
21.11.2021
Nachdem ich am Vortag nach längerer Zeit endlich mal wieder Sonne hatte und es richtig warm wurde, habe ich heute wieder alles grau und Nebel. Nach fast dreißig Kilometern lande ich bei Vauziers auf einem kleinen Bauernhof. Anfänglich sehr skeptisch beäugt wandelt es sich mit jeder Minute mehr zum Positiven. Nachdem man meine Seiten im Internet studiert hat, öffnen sich alle Türen. Es ist der engste Kontakt, den ich zur französischen Bevölkerung bis hierher habe.

Viel Grau
18.11.2021
Es ist nicht nur das Wetter mit viel Nebel. Was mich in den ersten Tagen in Frankreich wundert, wie grau es hier ist. Die Häuser erinnern hier und da mehr an die DDR, als dass man im Westen ist. Einziger Unterschied, dass es hier nicht nach Braunkohle riecht. An manchen Gebäuden, so möchte man glauben, sind sogar noch die Einschläge der Kugel an düsteren Zeiten zu sehen.
Zwischenmenschlich habe ich allerdings keine Probleme. Es sind alle nett zu mir. Meine paar Wörter, die ich auf Französisch kann, helfen mir ausreichend durch all die Begegnungen.

Frankreich
16.11.2021
Nachdem ich noch zwei Tage in Luxemburg gelaufen bin, erreiche ich bei Lamadelaine die französische Grenze. Über eine Straße, wo sich Tankstelle an Tankstelle reiht »kämpfe« ich mich mit Lotte vorbei an LKW und PKW. Eine kurze Plauderei mit einem österreichischen Trucker inklusive. Ich entdecke sogar einen Laster mit deutschem Kennzeichen. Der Fahrer jedoch versteht mich nicht. So bin ich jetzt in Land Nummer 6 meiner Reise.

Ich habe wieder einen Bahntrassen-Radweg
13.11.2021
Nachdem ich mit Lotte durch einen wechselhaften Tag gelaufen bin, habe ich wieder einen Bahntrassen-Radweg unter den Füßen, der mich über Steinfort bis in den Süden von Luxemburg bringen wird. Ab der französischen Grenze muss ich mich dann neu umschauen.

Nebel und nichts zu sehen
12.11.2021
Frostig ist es diese Nacht gewesen. Wie zugesichert beginne ich äußerst früh damit, meine Sachen zu packen. Gegen sieben erscheinen dann die ersten Schulkinder. Und es passiert, wie ich es vorhergeahnt habe. Ich bin einem Schwall an Fragen und neugierigen Blicken ausgesetzt. Noch dazu sind einige Eltern mit vor Ort. Auch denen beantworte ich einige Fragen. Es ist ein belebter Morgen und lockert mein Aufräumen ungemein auf.
Vom See kann ich leider fast gar nichts sehen. Eine dicke Nebelsuppe schwebt an diesem Tag umher und lässt auch ein Laufen riskant werden. Zum Glück ist nicht viel unterwegs und irgendwann lockert der Himmel einen kurzen Moment auf.

Besuch von der Polizei
11.11.2021
Nachdem mein wasserdichter Überzug für den Schlafsack eingetroffen ist, soll es an diesem Tag weiter gehen. Ich möchte den Sûre-Stausee besuchen. Einmal einen Blick über dieses riesige Gewässer werfen, das sich wie eine dicke Schlange durch das schmale Tal schlängelt.
Ich laufe anfänglich über einen alten Bahntrassen-Radweg, der mich bis nach Wiltz führt. Ab da muss ich über stark befahrene Hauptstraßen laufen. Im Ort Nothum entdecke ich eine große überdachte Bushaltestelle. Dort baue ich zum späten Nachmittag mein Zelt auf. Fünf Stunden später und nach Einbruch der Dunkelheit entschließe ich mich, schlafen zu legen. Kaum im Schlafsack steht die Polizei vor mir. Es ist ja nicht so, dass ich nicht im Vorwege lange genug hier gewesen bin. Nein. Ich muss erst schlafen wollen und man ruft die Ordnungshüter. Nach einigen Erklärungen darf ich zum Glück liegen bleiben. Ich muss aber zusagen, dass ich so früh wie möglich anfange mit dem Aufräumen, weil am Morgen ja dir Kinder kommen und es wäre ein schlechtes Bild, wenn da jemand in der Bushaltestelle schläft.
Um ehrlich zu sein: Den Kindern wird es herzlich egal sein. Ich werde die Geschichte des Tages für sie sein. Es sind die Erwachsenen, die einen an der Marmelade haben. Aber das ist nur meine Meinung.

Ich möchte einen wasserdichten Schlafsacküberzug
06.11. bis 10.11.2021
Nachdem ich im Vorwege über die Sozialen-Netzwerke angeschrieben worden bin, dass ich bei Schimpach einen Schlafplatz erhalten kann, sind Lotte und ich bis kurz vor Einbruch der Dunkelheit gelaufen. Nach einer umfangreichenden Vorstellungsrunde habe ich meine Absichten kundgetan und das Glück, dass ich bis zum Eintreffen des Überzugs bleiben kann. Als Gegenleistung habe ich mein Einbringen auf dem Hof angeboten. So habe ich an der Kreissäge gestanden und Holz für den Winter auf Länge geschnitten. Es war mal eine nette Abwechslung. Bisher war es immer schon fertiges Holz, welches von Ort »A« nach »B« verlagert und aufgeschichtet wurde. Aber mal wieder an einer größeren Maschine zu stehen, das hat Spaß gemacht.
Lotte hat in dieser Zeit das Leben genossen, nachdem sie den Schock überstanden hat, dass es nicht immer nur freundliche Artgenossen gibt. Mit einer leichten Blessur am Ohr ist es aber überaus glimpflich ausgegangen.

Neben den Holzarbeiten habe ich versucht das Video-Roh-Material für das Viedeo zu sammeln, welches einen Revueblick auf die absolvierten 2500 km und die Erlebnisse dieser Zeit in einem Selbstinterview wiedergeben soll. Leider habe ich die Kameraeinstellung mehrmals vergeigt, dass ich lediglich meinen Bauch und den halben Kopf gefilmt habe.
Zum Schreiben bin ich selber auch nicht wirklich gekommen. Es ist die derzeit längste Durststrecke, die ich durchlebe, dass ich keinen Tagesbericht geschrieben bekomme. Ich hoffe, dass sich das schnell wieder ändert. Der Oktober war schreiberisch wirklich gut. Der November ist es derzeit wieder nicht. Bis zum nächsten Tagesbericht möchte ich mich für eure Geduld bedanken.

Ich habe Luxemburg erreicht
05.11.2021
Um 08:15 Uhr geht es auf die Straße. Mein Gastgeber hat Termine. Daher »musste« ich mich seinem Tagesplan anpassen. Zur Kaffeezeit habe ich dann die Ortschaft Knauf erreicht, wo ich mich in der Dritten von vier Nächten in einem Nothäuschen/Pausenhäuschen eingerichtet habe. Wenn alles klappt, dann erreiche ich Morgen einen Bauernhof, wo ich im Vorwege ein Zimmer angeboten bekommen habe. Ich freue mich auf die Wärme.

Ein warmes Zimmer
04.11.2021
Ich bin an Sankt Vith vorbei gelaufen. Das Hohe Venn, ein Naturschutzgebiet mit vielen Moorflächen muss man einmal gesehen haben. Dadurch, dass es so kalt geworden ist, habe ich die Wege des Vennbahnradwegs nahezu für mich alleine.
Bei Neidingen habe ich dann das Glück, dass mich ein Autofahrer anspricht und mir ein warmes Zimmer anbietet. Ich kann nun alles Nasse einmal trocken legen.

Regen, Regen, nichts als Regen
03.11.2021
Ich glaube, das ist der nasseste Tag meiner bisherigen Wanderung. Es gibt nur wenige regenfreie Momente. Die Nächte verbringe ich mit Lotte in Nothäuschen. Es ist nachts jetzt knapp 3°C.

Mach es gut Deutschland
02.11.2021
Von heute an geht es weg von Deutschland. Das Laufen im Grenzbereich endet. Luxemburg und Frankreich sind nicht mehr so fern. Die Küste des Ärmelkanals möchte ich, sofern alles klappt, Anfang, Mitte Dezember erreichen. In etwa achthundert Kilometer müssen Lotte und ich dafür zurücklegen.

Ein halbes Jahr auf der Straße
01.11.2021
Lassen wir einmal die Gedanken kreisen. Wo war ich am Jeweiligen 1. seit ich gestartet bin?
01.05.2021: Ab heute gibt es kein zurück mehr. Alles ist gepackt. Das größte Abenteuer meines Lebens steht bevor. Auf der Hogendiekbrücke, dem auserkorenen Startpunkt werde ich von einer großen Menge Menschen empfangen und verabschiedet.
01.06.2021: Ich besteige den Collmberg, den höchsten »Berg« Nordsachsens mit knapp 312 Metern über dem Meeresspiegel.
01.07.2021: Mein Aufenthalt auf der Caldis Farm in Tschechien endet langsam und allmählich. Neben einigen Schweiß- und Reparaturarbeiten habe ich auch beim Bau des Heuschobers geholfen. Lotte hat die Zeit ihr Leben genossen und viel in der Sonne gedöst.
01.08.2021: Von Nürnberg geht es am Main-Donau-Kanal langsam nach Kriegenbrunn. Eine der eintönigsten Etappen, die bislang laufen durfte. Der Ausgang des Tages hat das jedoch alles wieder wettgemacht.
01.09.2021: Erwacht auf einer Wiese nahe einer Werft bei Rolandseck habe ich an diesem Tag Rheinland-Pfalz verlassen und Nordrheinwestfalen betreten. Hinter Bonn bin ich äußerst freundlich aufgenommen worden und habe mit meinem Zelt im Garten geschlafen.
01.10.2021: In Asperden bei Goch kann ich für drei Tage eine Gartenhütte beziehen. Lotte hat sich eine leichte Blessur zugezogen und braucht die Pause. Anschließend geht es in die Niederlande.
01.11.2021: Ich bleibe einen weiteren Tag in Rohren bei Monschau. Nachdem ich Besuch von meinem Vater erhalten habe, geht es zurück nach Belgien. Luxemburg ist auch nicht mehr weit.

Verdammt steil
29.10.2021
Tage zuvor habe ich über den Karten gesessen und gegrübelt, wie ich am Besten laufe. Ich habe mich für die Route Imgenbroich entschieden. Über diesen Ort würde ich nach Rohren kommen, wo meine nächste Zwischenstation ist. Ich kann dort für ein paar Tage bei einem ehemaligen Kameraden der Feuerwehr Bergkamen Einheit Oberaden unterkommen. Dafür muss ich mich mit Gefällen und Steigungen von 15% anlegen. Ein kräftezehrendes Unterfangen. Am Abend erreicht dann auch mein Vater die Eifel. Nach einem halben Jahr sehen wir und für einen kurzen Moment wieder.

Auf dem Vennbahn-Radweg
28.10.2021
Ich bin wieder auf der Straße. Bin mit Lotte über die Ortschaft Raeren schließlich auf den alten Bahntrassen-Radweg gelandet. Nun bin ich an die dreißig Kilometer über seichte Steigungen bis in die Eifel vorgedrungen. Morgen werden wir die Stadt Monschau erreichen.

Heute geht es weiter Richtung Monschau und Eifel
27.10.2021
Nachdem ich einen weiteren Tag im Oktober der Buchhaltung und Schreiberei gewidmet habe, soll es heute weiter Richtung Monschau in der Eifel gehen, was ich voraussichtlich am morgigen Donnerstag erreichen werde.
Nachtrag: Nachdem ich meine Sachen nahezu komplett verpackt, habe ich einem Interview mit meiner Gastgeberin zugestimmt. Sie arbeitet als Coach und das Videomaterial ist etwas ausschweifend geworden. Ich habe ihr angeboten, das Video zu bearbeiten und auf die wesentlichen Inhalte zu kürzen. Das braucht jedoch etwas Zeit. Weswegen ich eine weitere Nacht hier bleibe.

Äußerst freundliche ausgebremst.
25.10.2021
Momentan geht es bei mir vor und zurück. Nach links. Nach rechts. Der Plan ist eigentlich der gewesen, Morgen Monschau zu erreichen. Den Stadtteil Rohren, um genau zu sein. Durch eine wirklich schöne Begegnung am heutigen Tag habe ich das Minimalziel von zwanzig Kilometern um gut fünf verpasst. Ich bin in noch vor Raeren. Da ich den Venbahn-Radweg gerne mit seinen Schleifen laufen möchte, habe ich Morgen über fünfunddreißig Kilometer zu laufen. Ich könnte es auf zwei Etappen aufteilen. Ich muss mal schauen, wie ich das mache. Nichtsdestotrotz geht es Lotte und mir ausgesprochen gut. Ich bin gespannte auf die Zeit nach der Zeitumstellung.

Ein kürzerer Aufenthalt
24.10.2021
Nachdem ich mich am Vortag mit auf dem Bauernhof mit eingebracht habe, wurde mir mitgeteilt, dass ich nicht die vollen drei Tage bleiben kann. Andere Helfer, die sich im Vorwege angemeldet haben, und länger als ich bleiben, treffen am morgigen Montag ein. Was bedeutet, dass ich meinen Wohnwagen räumen muss. Zum einen ist es schade, weil ich diesen Hof in den wenigen Stunden, wo ich hier war, äußerst interessant finde. In den wenigen Stunden habe ich so viel gesehen und gelernt. Zum anderen verfalle ich so aber auch nicht in eine Art Herbstmüdigkeit, sofern es so etwas überhaupt gibt. Ich habe im Oktober bisher viele Tage an verschiedenen Stellen länger pausiert. Und auch in Monschau, wo ich am Dienstag voraussichtlich ankomme, werde ich nicht nur eine Nacht bleiben. In dieser Phase der Reise lerne ich gerade irgendwie total viel über mich. Das Laufen, wie sich die Etappen vom Ablauf her, bezogen auf den Sommer, verändert haben. Meine Essverhalten. Pausen. Es ist gerade so viel los in mir, um mich herum. Überhaupt.

Drei Tage auf einer kleinen Farm
22.10.2021
Eigentlich war der Plan am Anfang so, dass ich viel früher hier eintreffe. Mehrere Umstände haben dafür gesorgt, dass dies nicht so geschehen ist. Einmal, weil ich nach meiner Anfrage keine Antwort erhalten habe, was mich dazu gebracht hat, an anderer Stelle Zeit zu schinden. Auch weil das Wetter nicht so prickelnd war. Es ist alles ein Für und Wieder. Aber zum Zeitschinden. Ich glaube, ich habe es irgendwann mal erwähnt, dass ich in Monschau noch einmal Deutschland betreten werde, weil ich Bekannte besuchen möchte. Die kommen aber heute oder so aus dem Urlaub zurück. Unter normalen Umständen wäre ich also viel zu früh dort gewesen. Deswegen habe ich in den vergangenen Tagen versucht, irgendwo gegen Mithilfe ein Dach und Bett zu bekommen. Hat nicht wirklich geklappt. Nun stecke ich in einer Art anderem Dilemma. Weil der Hof, wo ich nahe Welkenrath bin, wirklich klasse ist. Deswegen bleibe ich auch hier jetzt drei Tage. Es wirft mich minimal nach hinten. Aber das ist es mir wert.

Ein einer leerstehenden Stallbox
18.010. bis 21.10.2021
Nachdem Lotte und ich die Orte Visé und Berneau durchlaufen haben, sind wir nur noch bis Weerst gekommen. Dort konnte wir uns bei Albert, einem Senior, der eine Art Gnadenhof für alte Pferde betreibt in einer seiner leerstehenden Stallboxen ausbreiten. Hühner liefen frei herum und haben mich in meinem Zelt hin und wieder besucht. Ansonsten stand für mich viel Schreiben auf dem Plan. Schreiben und Buchführung. Drei Tage haben wir vor schlechtem Wetter Schutz gesucht. Wobei der Donnerstag eigentlich der Schlimmste davon gewesen ist.

Von der Flämischen in die Wallonische Region
17.10.2021
Lotte und ich haben mit Kanne unsere letzte Ortschaft der Flämischen Region durchlaufen. An der Schleuse Écluse de Lanaye haben wir uns für die Nacht mit dem Zelt einfach auf eine wilde Wiese gebaut. Einen anderen Schlafplatz konnte ich an diesem Tag nicht ergattern.

Auf kurz folgt wieder lang
16.10.2021
Nachdem Lotte und ich gestern in dem überdachten Carport vom Hotel bis in die Mittagszeit gesessen, und den Regen ausgesessen haben, sind wir lediglich nur zwölf Kilometer gelaufen. Kurz vor der Ortschaft Dilsen war schon wieder Schluss. Dafür sind wir heute wieder früher auf die Straße gekommen und dementsprechend weiter gelaufen. Wir haben es bis Rekem geschafft. Hier durften wir uns in einem Pferdestall einrichten. Meine Nachbarn sind zwei Stuten und ein kleines Pony. Mäuse flitzen hier durch die Gegend. Es ist richtig Leben in der Bude.

Weiter am Kanal
14.10.2021
Nachdem ich mich die vergangenen zwei Tage auf meinem Campingplatz von Waldpilzen und Esskastanien ernährt habe, bin ich mit Lotte an Achel vorbei über einen alten Bahntrassen-Radweg nach Pelt gelaufen. Jetzt sind wir am Kanalufer Richtung Maastricht.

Pause bei Achel
12.10 & 13.10.2021
Regen prasselt unaufhörlich von oben herab. Riesige Pfützen bilden sich auf der unebenen Wiese. Ich sitze mit Lotte im Zelt unter dem Vordach der Gemeinschaftshütte. Zumindest ist es trocken. Nur noch wenige Camper haben sich hier her gewagt. Mit Zelt bin ich der Einzige.
Zum ersten Mal auf dieser Reise trage ich Thermowäsche, was der mangelnden Bewegung geschuldet ist. Ansonsten geht es mir gut. Der naheliegende Wald versorgt mich mit einigen Leckereien. Endlich komme ich mal dazu Waldpilze zu sammeln und zu genießen.

Es kann nicht alles funktionieren
11.10.2021
Der Plan ist gewesen für einige Tage in den Niederlanden gegen Mithilfe auf einem Bauernhof unterzukommen. Das ist nicht von Erfolg gekrönt gewesen. So habe ich bei Schaft die Grenze passiert und bin in Belgien auf einen kleinen Campingplatz gegangen. Dort habe ich mich, dem Morgen angekündigten Regen wegen, mit meinem Zelt unter ein Vordach gebaut. Lotte benötigt nach fünf Tagen Laufen auch mal wieder eine Pause.

30 Kilometer noch bis zur Grenze
10.10.2021
Langsam wird es kalt. Am heutigen Morgen habe ich in meiner Unterkunft 7°C. Es ist eine neue Herausforderung. Lotte liegt auf ihrer Decke in ihren Mantel eingewickelt und schläft noch etwas. Ich bin kurz vor der Ortschaft Best einem Vorort der Stadt Eindhoven. Bis zur belgischen Grenze sind es jetzt noch knappe 30 Kilometer.

Ein weiteres Zwischenziel ist erreicht.
08.10.2021
Am Freitag habe ich Maaskantje erreicht. Der Ort, in dem von 2007 bis 2012 die Serie New Kids gedreht wurde. Wobei es sich darin um fünf Typen dreht, die sehr vulgär und prollig daherkommen. Während meines Aufenthalts habe ich den Imbiss besucht, der oft Schauplatz der Serie gewesen ist. Im Laufe der Zeit hat jedoch der alte Besitzer aufgehört und der Nachfolger hat ein völlig neues Gebäude an der Stelle gebaut. Es erinnern lediglich einige Bilder im Innenraum an die Serie und den Drehort.
Das nächste Ziel wird in den nächsten Tagen Eindhoven sein, worüber ich dann weiter nach Süden, nach Belgien laufe werde.

Kräftiger Wind und Regen
06.10.2021
An diesem Tag bin ich nahe Mill in einem ausgedienten Kaninchenstall aufgewacht. Der Wind heulte um das Haus, die Bäume bogen sich unter den Böen und der Regen peitschte gegen die Fenster. Deswegen habe ich mich zu einer Pause entschieden. Dass ich das womöglich nicht jedes Mal machen kann, ist mir auch klar.
Ich habe die Zeit genutzt und habe mich im Schlafsack eingemummelt auf den Stuhl gesetzt und meinen Papierkram, den ich ohne Internet bewerkstelligen kann, aufgearbeitet. Am morgigen Tag soll es dann weitergehen. Am Freitag sollte ich dann mein nächstes größeres Zwischenziel erreichen. Welches das ist? Das verrate ich euch noch.

Leichte Blessuren
30.09.2021 bis 04.10.2021
Schon auf dem Weg zu meinem letzten Zwischenziel in Deutschland, in Asperden, wo ich mit Lotte in einer Gartenhütte nächtigen durfte, ist mir aufgefallen, dass Lotte lahmt. Ich selber habe mir eine ganz leichte Erkältung eingefangen. Wie? Das kann ich mir selber nicht erklären. Wie dem auch sei.
Zum Dank meiner Gastgeber durften wir bis heute bleiben und hätten womöglich auch länger bleiben können. Ich möchte jedoch weiter. Lotte fängt auch wieder an zu fordern. Ewig im Bett liegen ist halt nichts für sie.
Und nachdem ich am Samstag das letzte Paket von zu Hause mit Winterklamotten erhalten habe, steht einer Weiterreise auch nichts im Weg.
Dadurch, dass jetzt die kalte und dunkle Jahreszeit vor der Tür steht, werde ich vermehrt auf Bauernhöfen Unterschlupf suchen. Werde versuchen meinen Aufenthalt mit kleinen Gegenleistungen zu »bezahlen«. Auch werde ich mich nochmal eine volle Woche irgendwo einbringen. Wo, weiß ich noch nicht. Ob ich wirklich einen WWOOF-Hof besuche oder es einfach so auf einem Hof versuche, werde ich spontan entscheiden.
Mehr zum Ende des Monats Oktober werde ich in der Eifel final einen Fuß auf deutschen Boden setzen, wenn ich ein letztes Mal Bekannte besuche. Ansonsten stehen jetzt vorerst unsere Nachbarländer Niederlande und Balgien im Fokus. Ich bin wirklich gespannt.

Die Zeit in Deutschland schwindet
29.09.2021
Heute haben Lotte und ich bei regnerischen Wetter ein letztes Mal des Rhein gequert. Derzeit befinden wir uns in Xanten und laufen Morgen an Goch vorbei. Ob ich nun wirklich am 01.10. oder doch erst am 02.10. die niederländische Grenze passiere, weiß ich noch nicht genau. Ich möchte Lotte eigentlich noch mal einen Ruhetag gewähren.

Regen hat sich angekündigt
26.09.2021
Nach längerer Zeit habe ich mal wieder nach einer überdachten Schlafmöglichkeit gefragt. Eine kleine Gartenlaube in dem Örtchen Freiheit gewährt mir dieses.
Mein Weg führte mich heute von Datteln am Wesel-Datteln-Kanal bis nördlich von Marl. Bis zur niederländischen Grenze sind es noch knapp 90 Kilometer.

Eine schwere Geburt
24.09.2021
Meine Pause hat ganze drei Tage länger gedauert. Ich wollte unbedingt das Video von und über die Caldis Farm fertigbekommen. Das ist mir in der Nacht dann auch endlich gelungen.
Am morgigen Tag soll es dann langsam aber sicher Richtung Niederlande gehen. Dafür werde ich die Kanalwege zum Beispiel am Datteln-Hamm-Kanal nutzen. Anfänglich war der Gedanke zwar dem Lippe-Radweg zu folgen. Das habe ich aber verworfen. Morgen geht es jedenfalls wieder auf die Straße. Ich danke meinem Gastgeber Dirk, dass er mich ganze drei Tage länger ausgehalten hat.

Alles ruhig
19.09.2021
Ich krabbel an diesem Tag spät aus meinem Zelt. Eigentlich leichtsinnig. Heute ist Spieltag. Um mich herum tobt das Leben. Wie Ameisen wuseln die Leute umher und bereiten alles für die anreisenden Fanmassen vor. Was mich jetzt überrascht, dass ich völlig ignoriert werde. Selbst die Polizei hat kein Auge für mich. Ich meine, ich will mich nicht beschweren und bin dankbar. Ich habe aber unterbewusst mit Fragen gerechnet. Dem ist nicht so. Also habe ich mir noch die Zeit genommen und ausgiebig im Schatten des Stadions gefrühstückt, ehe ich alles gepackt habe und gegangen bin.

Ich Bergkamen, Stadtteil Oberaden werde ich dann von Dirk empfangen. Es hat mal eine intensive Freundschaft zwischen Oberaden und Grünendeich gegeben. Das ist jedoch in den letzten Jahren ziemlich eingeschlafen. Vereinzelt gibt es aber noch Kontakt. So kann ich von Glück sagen, dass ich zwei Tage mit Lotte hier pausieren kann. Ich muss einige Dinge beschaffen oder beschaffen lassen. Der Herbst und Winter steht vor der Tür. Eine völlig neue Herausforderung.

Dortmund! Ich bin in Dortmund!
18.09.2021
Es ist Kaffeezeit und ich kann zum ersten Mal die gelben Pylone sehen, welche die Dachkonstruktion des Stadions halten. Es kribbelt in mir. Ich grinse über beide Ohren. Ich bin in Dortmund und das Ziel für heute ist nur noch wenige Minuten entfernt. Bezogen auf das Gründungsjahr von 1909 bin ich mit dem 18.09. einen Tag zu früh und auf die erlaufenen Kilometer von gut 1987 einige zu viel. Wenn das auch noch alles gepasst hätte, wäre ich womöglich völlig ausgeflippt. Gut, ich habe darauf jetzt überhaupt nicht geachtet. Mir ist es nur in den Sinn gekommen, als ich das Gelände final betrete. Ich bin nach Dortmund gelaufen.

Nun stehe ich also tief in der Stadt und muss mir einen Schlafplatz suchen. Über Anfragen im Internet hat sich nichts ergeben. Ich entdecke zwei Camper, die unweit auf einem Parkplatz stehen. Kurz gefragt, ob die sich einfach so hier hingestellt haben. Das wird bejaht. Also suche ich mir eine ebene Grünfläche unweit entfernt und stelle mein Zelt auf.

Große Enttäuschung im Norden von Wuppertal
17.09.2021
Als ich mich in den letzten Tagen mit dem Weg von Mönchengladbach nach Dortmund auseinandergesetzt habe, bin ich auf der Karte nördlich von Wuppertal auf das Örtchen „Bratwurst“ aufmerksam geworden. Das willst du sehen. Da will ich durch! Ein Ortsschild, wo tatsächlich Bratwurst drauf steht. Also bin ich mit Lotte losmarschiert. Aber als ich dort angekommen bin, konnte ich kein Ortsschild finden. Somit ist die Enttäuschung doch recht groß, dass mit ein Foto davon verwehrt geblieben ist.

Dortmund selber ist in etwa noch vierzig Kilometer entfernt. Ich könnte es bis Morgenabend schaffen. Nur wo dort dann schlafen? Nochmal so viel Glück, wie ich mitten in Düsseldorf hatte, wäre zu verrückt. Mal schauen, wie ich das mache.

Auf einem Hinterhof in Düsseldorf
15.09.2021
Eigentlich war der Plan am gestrigen Tag bis kurz vor Erkrat zu laufen. Mitten in der Stadt Düsseldorf wurde ich dann von einem Herrn angesprochen, der sich mir später als Andrew vorstellt. Ob ich einen Schlafplatz bräuchte. Nach kurzer Überlegung mit Blick gen wolkenverhangenen Himmel stimme ich zu. So bin ich ihm wenige hundert Meter von meinem absolvieren Weg zurück gefolgt und habe die Nacht im Hinterhof verbracht. Mit seiner Frau Jana haben wir bei angeregter Plauderei den Abend eingeläutet. Das sanfte Prasseln des Regens hat mit später in den Schlaf begleitet.

Heute soll es dann langsam weiter Richtung Erkrat und Bratwurst bei Wuppertal gehen. Mal schauen, wie gut es das Wetter heute mit mir meint.

Nachtrag: Ich bleibe eine zweite Nacht hier in Düsseldorf. Es hat sich gerade so richtig eingeregnet. Andrew hat es mir angeboten. Dann also nicht nass werden. Glück gehabt.

Weiter geht die wilde Fahrt!
13.09.2021
Acht Tage Pause sind zu Ende. Eine Zeit, die ich, aber besonders Lotte gebraucht hat. Wobei, hat sie das wirklich? Seit drei Tagen ist sie wieder wuselig und beginnt zu fordern. Bei mir im Kopf rauscht die Achterbahn. Knappe zweieinhalb Wochen noch, vielleicht etwas mehr. Dann verlasse ich Deutschland und ich werde lange nicht wiederkommen. Die ersten fünf Monate, die Eingewöhnungsphase, habe ich sie genannt, vergingen wie im Flug, aber irgendwie auch nicht. Ich hatte eigentlich immer wenige hundert Kilometer voneinander getrennt einen Hafen, wo ich jemanden kenne. Wo ich Zuflucht finden konnte. Das ist bald vorbei. Das wirklich echte Abenteuer geht dann los. Wie werde ich mich dann schlagen? Die Zeit wird es zeigen.
Jetzt geht es aber vorerst wieder etwas landeinwärts. Dortmund ist das nächste große Ziel. Ich werde unterhalb der Kette aus Großstädten des Ruhrgebietes etwas entlang der Wupper laufen. Den Ort Bratwurst möchte ich dabei unbedingt besuchen. Nach Wixhausen bei Darmstadt noch so ein literarischer Erguss. Ich bin gespannt auf das, was danach dann kommt.

Mütze on Tour Live auf YouTube
10.09.2021
Hallo meine Leser- und Verfolgerschaft
Die heutige Nacht mit eingerechnet sind es noch drei, ehe ich mit Lotte am Montag wieder auf die Straße gehe und weiterlaufe.
Morgen erscheinen zwei weitere Tagesberichte.
Am Sonntag ab 14:00 Uhr werde ich selber auf YouTube noch einmal Live gehen und von bisherigen Erlebtnissen berichten. Werde dabei noch einmal etwas auf den Inhalt vom Video mit der Volksbank Stade-Cuxhaven eG auf Facebook eingehen und vieles mehr.
Ich freue mich auch euch!

Ziel erreicht!
04.09.2021
Einen Tag früher als anfänglich geplant sind wir in Wickrathberg, einem Stadtteil von Mönchengladbach angekommen. Nun machen Lotte und ich nach über einen Monat der Lauferei acht Tage Pause. In der Zeit werden einige kleine Reparaturen anstehen. Lotte selber braucht „TÜV“ (ihre Impfungen) und auch sonst steht viel an.
Am Donnerstag, den 09.09.2021 um 17:00 Uhr könnt ihr auf Facebook das Live-Gespräch mit der Volksbank Stade-Cuxhaven eG miterleben. Wir freuen uns über reichlich Zuschauer!

Weg vom Rhein
02.09.2021
Am 23.08.2021 habe ich das Rheintal bei Mainz erreicht. Zehn Tage später verlasse ich es nun und laufe westlich von Köln langsam Richtung Frechen, das für heute als „In Etwa“ Zwischenstation auserkoren ist. Das bedeutet auch, dass ich mich wieder mehr mit den Autos auf der Straße arrangieren muss …

Weiter, immer weiter
01.09.2021
Von Koblenz aus ging es die letzten zwei Tage unter anderem über Neuwied und Remagen bis nach Bonn. Vom Wetter her möchte ich mich nicht beschweren. Die Wolkendecke hängt dick und tief. Einzelne sanfte Nebelschwaden ziehen durch das Rheintal. Auch der ein und andere Tropfen fällt mal. Das ist aber nicht der Rede wert. Es herrscht ideales Laufwetter. Gegenwärtig kommen Lotte und ich derart gut voran, dass wir Mönchengladbach vielleicht schon am Samstag erreichen. Und wenn es doch erst der Sonntag wird, dann ist das auch noch so …

Jetzt geht es am Rhein entlang Richtung Mönchengladbach
30.08.2021
Den gestrigen Pausentag haben Lotte und ich wirklich genossen. Wir sind bei Bekannten aus unsere Schützengilde untergekommen, die hier hergezogen sind. Aus Trier habe ich Besuch von entfernterer Verwandtschaft erhalten. Nach einigen unterhaltsamen Stunden in einem Eiscafé in der Innenstadt ging es dann wieder zu meiner Herberge.
Heute laufe ich vorerst bis zur Stadt Remagen am östlichen Rheinufer. Da durch die Naturkatastrophe noch Probleme mit dem Weg auf der Westseite sind. Dort, in Remagen werde ich dann die Fähre nehmen und die Uferseite wechseln. Einen Abstecher in die Geschichte von diesem Ort werde ich ganz gewiss machen. War dort im Zweiten Weltkrieg ja einiges geschehen. Um das einmal ganz grob anzureißen. Ich bin gespannt.

Koblenz rückt näher!
27.08.2021
Nachdem Lotte und ich vor zwei Tagen Mainz verlassen haben, konnten wir gestern Bingen am Rhein passieren. Heute laufen wir an Oberwesel vorbei und wenn es gut vorangeht, dann kommen wir heute noch bis Boppard. Dass wir Morgenabend Koblenz erreichen ist absolut realistisch.

Wenn alles glatt geht, bin ich Samstag in Koblenz
25.08.2021
Nachdem ich die Karte mit ihren Wegen entlang des Rheins studiert habe, kann ich sagen, dass ich gute 100 km von Koblenz entfernt bin. Mit einem Tagesschnitt von 25 km ist das in vier Tagen durchaus machbar. Zumal es hier jetzt gerade nicht mehr so sonderlich warm ist. Mal schauen, wie es am heutigen Tag vorwärtsgeht.

Wir haben Mainz erreicht!
23.08.2021
Nachdem Lotte und ich am gestrigen Tag über 30 km gelaufen, und von Messel bis hinter Nauheim gekommen sind, ist die heutige Etappe kürzer ausgefallen. Der anfängliche Plan war eigentlich an Mainz noch vorbei zu laufen. Nun habe ich Obdach bei einem ehemaligen Feuerwehrkameraden der Freiwilligen Feuerwehr Assel bekommen. Jetzt bleiben Lotte und ich sogar bis Mittwoch. Nach vier Etappen braucht der Hund mal wieder eine längere Pause.

Angesprochen worden und geblieben
22.08.2021
Gestern war streckentechnisch kein wirklich guter Tag. Erst bin ich nicht in Bewegung gekommen, was auch daran lag, dass ich mein Zelt mal wieder komplett trocken haben wollte. Dann ist es wärmer geworden, als erwartet. So war es über knapp sieben Kilometer hinweg mehr ein Geschleppe, das in Messel bereits wieder sein Ende fand. Dort lernte ich Volker kennen. Man plauderte und tratschte. Und ehe ich mich versah, war ein Weiterlaufen ziemlich sinnfrei geworden. Also bin ich dort geblieben und habe die Nacht im Garten verbracht. Heute geht es dann langsam weiter Richtung Mainz.

So geht es weiter
20.08.2021
Nach zwei Nächten in Niedernberg geht es am heutigen Tag weiter Richtung Rheintal. Als grobes Ziel habe ich Eppertshausen ausgeguckt. Wenn Lust, Laune und Wetter mitspielen, mache ich vielleicht noch ein paar Kilometer extra. Das entscheide ich aber spontan.

Besuch aus Fulda und mehr
19.08.2021
Nach über drei Monaten habe ich Melanie wiedergetroffen, der ich während meiner fünften Etappe auf dem Weg nach Artlenburg begegnet bin.
Darüber hinaus hat mich die Nachricht erreicht, dass Neil wieder auf der Straße ist. Ich durfte Neil 2018 kennenlernen, als ich mit dem Fahrrad vom Schützenfest auf der Nordseeinsel Wangerooge heimfuhr. Seitdem ist der Kontakt nie abgerissen.
Er setzt zwar nicht seine Weltreise fort, aber er wird eine Europatour machen. Sein Weg führt auch durch Deutschland. Wenn ihr ihn seht, dann plaudert doch ein Weilchen mit ihm.
Vielleicht klappt es sogar, dass sich unsere Wege kreuzen. Dafür muss ich aber etwas zusehen und weiter gen Nordwesten kommen. Die Zukunft wird es zeigen. Ich wünsche Neil auf seiner Radreise alles nötige Glück, was für solch ein Vorhaben von Nöten ist!

Der Spessart liegt hinter mir
18.08.2021
Das habe ich mir schwieriger vorgestellt. Man kann sagen, dass ich ausnahmslos über Talstraßen durch den Spessart gelangt bin. Alle Steigungen, die ich zu bezwingen hatte, waren nicht die Herausforderung. Da war es im Erzgebirger und Bayerischen Wald schwieriger. Wie dem auch sei. Vor mir liegt das Maintal, dass ich nun südlich von Frankfurt durchlaufen werde, um in das Rheintal zu gelangen.

Doch pausiert
17.08.2021
Nachdem ich am Sonntag das Dörfchen Windheim erreicht habe, war ich nach drei Tagen mit Temperaturen um und bei 30 °C körperlich durch. Besonders aber wollte ich Lotte eine Pause gönnen. Und nachdem ich erfahren habe, dass im weiteren Verlauf vom Hafenlohrtal nicht mehr viel kommt, mich dazu entschieden für zwei Nächte in Windheim zu bleiben. Dort hätte ich zwar auf einen Zeltplatz gehen können, habe mich aber für den Landgasthof entschieden und nach über einem Monat mal wieder eine bezahlte Unterkunft.

Ich rechne gegenwärtig damit, dass ich den Main in zwei Etappen ein letztes Mal kreuze und dann von Niedernberg südlich von Aschaffenburg gelegen südlich an Frankfurt vorbei einmal quer durch das Main- und Rheintal Richtung Rüsselsheim laufen werde.

Den Spessart vor der Brust
15.08.2021
Nachdem ich am Donnerstag einen unterhaltsamen Abend mit den „Durnschuhdötern“ verbringen durfte, bin ich am Freitag über das Werntal bin nach Marbach gekommen. Dort habe ich den Abend durch Zufall mit der örtlichen Feuerwehr verbracht.
Gestern bin ich dann über Zellingen, wo ich mich mit Familienmitgliedern getroffen habe, bis nach Billingshausen gelaufen. Über diesen Besuch habe ich mich sehr gefreut. Es war eine gesprächsgeladene Zeit im Biergarten.

In Billingshausen selber habe ich gehofft diesen heutigen Tag aussitzen zu können. Da die Temperaturen hier vor Ort gerade nicht wirklich angenehm zum Laufen sind. Leider durfte ich keine zweite Nacht auf dem kühlen Heuboden verbringen, da man mich den Tag über nicht alleine auf dem Hof lassen wollte.
Heutiges Ziel wird entweder Marktheidenfeld oder Hafenlohr sein, ehe Lotte und ich Morgen über den Hafenlohrtalradweg tief in den Spessart vordringen werden.

Auch schon ein Jahr in der Vergangenheit
13.08.2021
Schon verrückt. Heute vor einem Jahr habe ich meine Wanderung von Norden nach Süden mittig durch Deutschland beendet. In 29 Etappen bin ich damals über 740 Kilometer gelaufen. Wer einmal in den alten Geschichten stöbern möchte, der kann das hier tun.

Potenzieller Besuch aus der Heimat
12.08.2021
Am morgigen Nachmittag wird mich eine Nachricht erreichen, ob ich Besuch aus der Heimat bekomme. Ob die Veranstaltung, welche man besuchen möchte, stattfindet. Darüber entscheidet sich, ob man fährt. Wenn man fährt, bekomme ich Besuch. Da ich mich über diesen Besuch wirklich freuen würde, war ich »gezwungen« etwas zu trödeln. Damit die Entfernung zwischen Sulzdorf an der Lederhecke (ja, verrückt, es ist der Ort, wo ich letztes Jahr einmal im Garten zelten durfte), also Sulzdorf an der Lederhecke und dem Ort, wo ich dann am Abend sein werde, nicht zu groß ist. Mein angepeilter Zielort wird Thüngen sein.

Ich kürze ab
11.08.2021
Nach einigen Überlegungen und Gesprächen mit der regionalen Bevölkerung habe ich mich dazu entschlossen Schweinfurt auszulassen und über Gochsheim und Bergrheinfeld abzukürzen.

Heute soll es wirklich weitergehen.
10.08.2021
Schweinfurt ist knappe 35 km entfernt. Frankfurt mit einigen Flusswindungen an die 200 km. Mal schauen, wie weit ich in den nächsten Tagen mit Lotte komme. Mal schauen, wie sich die Wetterlage entwickelt.

Schon wieder einen Tag länger pausiert.
09.08.2021
An diesem Tag wollte ich mit Lotte eigentlich schon auf dem Weg Richtung Schweinfurt sein. Da die Motivation aber nicht besonders hoch war und ich wirklich mal wieder mehr schreiben wollte und musste habe ich mit zu einen weiteren Tag der Ruhe entschieden.

Zwei Tage hintereinander länger andauernden Regen
07.08.2021
Nachdem ich am Tag zuvor von Neuhaus an der Aisch bis nach Hirschaid gekommen bin und einen Schlafplatz in der Fränkischen Schweiz bekommen habe. (Der Wagen blieb in einer Garage in Hirschaid) Ging es am Freitag nach und durch Bamberg hindurch. Begleitet wurden wir von anhaltenden Regen. So schön die Stadt auch ist. Die Menschenmassen in der Fußgängerzone waren mir zu viele auf einen Haufen. So bin ich etwas abseits in ein Wirtshaus eingekehrt.
Gleiches erfuhren wir am Samstag. Zum frühen Nachmittag hin öffneten sich die Himmelsschleusen. Bis Zeil am Main gab es dann nur sehr kurze trockene Phasen.

Einen Tag länger
05.08.2021
Wir wurden zu einem weiteren Pausentag überredet. Lotte und ich durften mit Führungskräften der Feuerwehr Neuhaus an der Aisch bei einem Essen mit dem Bürgermeister aus Adelsdorf teilnehmen. Da sagt man dann ungerne nein. Deswegen laufen wir auch erst an diesem Tag weiter.
Samstag plane ich grob, in Zeil am Main zu sein. Womöglich auch schon in Haßfurt. Wobei das lediglich ein Unterschied von sieben Kilometern ist. Das entscheide ich spontan.

2 Comments »

  1. Hey,
    richtig cool was du machst. Wow.
    Wir sind uns heute kurz über den Weg gelaufen zwischen Obertheres und Untertheres (nach dem Edeka Supermarkt) Wir hatten einen kleinen braunen Hund dabei 🙂
    Noch eine gute Reise, dir und Lotte 🙂
    Ich schaue bestimmt öfter mal auf deinem Blog vorbei

    Gefällt 1 Person

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