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Europa und wieder zurück – Die Route

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Dieser Bericht wird von der Volksbank Stade-Cuxhaven präsentiert. Mein Ansprechpartner für Finanzfragen während meiner Tour. Weltweit bargeldlos mit der VR-BankingApp bezahlen oder ein schneller Geldtransfer an Freunde mit »Kwitt«. Für Fragen wenden Sie sich an einen persönlichen Finanzberater der Volksbank. »Morgen kann kommen. Wir machen den Weg frei.«

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Wenn ich zurückdenke, wie ich ganz grob eine Linie auf einer Europakarte gezeichnet habe. Noch keine konkreten Gedanken als solches. Nur, dass ich dort einmal entlang radeln möchte. Oder besser, laufen. Schon ein bisschen verrückt. Bekloppt. Oder was man an dieser Stelle dazu sagen möchte. Ein kleiner Kiesel, der ins Rollen geriet. Mittlerweile rumpelt eine gigantische Gerölllawine durch meinen Kopf. Tausende Ideen. Gepaart mit Bedenken. Fragen, was ich an Equipment dabei haben sollte. Auf was kann ich verzichten? Aber da weiche ich jetzt vom Thema ab. Die Ausrüstung bekommt einen eigenen Beitrag. Nun erst einmal die Route. Zuerst ganz grob, wie alles mit einer Linie auf der Karte begonnen hat. Auf dann also:

Deutschland – Tschechien – Deutschland – Niederlande – Belgien – Luxemburg – Frankreich – England – Schottland – Nordirland – Irland – Wales – England – Frankreich – Spanien – Portugal – Spanien – Andorra – Frankreich – Italien – Schweiz – Liechtenstein – Österreich – Italien – San Marino – Italien – Albanien – Griechenland – Nordmazedonien – Kosovo – Montenegro – Bosnien und Herzegowina – Kroatien – Slowenien – Ungarn – Serbien – Bulgarien – Rumänien – Moldawien – Ukraine – Slowakei – Polen – Litauen – Lettland – Estland – Finnland – Norwegen – Schweden – Dänemark – Deutschland.

Ob sich eine solche Route wirklich umsetzen lässt, muss man gucken. Noch dazu mit Hund. Die Menschen als solches sind da sicher nicht das Problem. Eher die jeweiligen Landesbehörden.

Zuerst habe ich bei Google-Maps eine »in etwa Strecke« angegeben. Um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen, wie weit eine solche Wanderung werden wird. Ich bin dabei auf zirka zweiundzwanzigtausend Kilometer gekommen. Es werden ganz sicher mehr. Zumal bei einer solch groben Strecke die Flussradwege et cetera nicht einfließen. Nehmen wir an der Stelle den Richtwert von fünfundzwanzigtausend. Eine gewaltige Zahl, nicht wahr? Der Zeitfaktor spielt eine Rolle. Für diese Kilometerzahl habe ich grob fünf Jahre kalkuliert. Es wäre ein statistischer Wert von fünftausend Kilometern im Jahr.
Aber auch an der Stelle denke ich, dass ich pro Jahr mehr laufen werde. Somit kann ich hier und da mal einen Schlenker mehr machen. Dabei möchte ich den einen oder anderen Ort besuchen. Alternativgemeinschaften zum Beispiel. Auch möchte ich mal in das »WWOOFing« hineinschnuppern? Was das ist? Das ist eine Möglichkeit weltweit auf ökologischen Höfen gegen Kost und Logis mitzuwirken. Als Hofknecht, wenn man so will. Fast wie vor einhundert Jahren. Wer einmal auf die Internetseite von WWOOF Deutschland schauen möchte, hier der Link.

Doch nun versuche ich, einmal etwas ins Detail zu gehen:
Start wäre logischerweise zu Hause. Stop! Nicht ganz. Ich habe mir die Hogendiekbrücke unweit meines Elternhauses ausgesucht. Quasi die »Brücke ins neue Leben«. Ein wenig kitschig, das gebe ich zu, jedoch kam mir ein neutraler Start- und, wenn alles glatt verläuft, Zielpunkt besser vor. Also von der Hogendiekbrücke aus langsam Richtung Buxtehude. Weiter Richtung Elstorf, Tötensen, Hittfeld. Bis ich in Drage dann an den Elbe-Radweg stoße.
Elbe-Radweg weiter bis Havelberg und von dort den Havel-Radweg weiter bis Ketzin.
Ab dort geht es querfeldein über Lenin nach Gölsdorf und weiter nach Annaburg und Torgau.

Wer mich von Anfang an verfolgt, der könnte jetzt meinen, dass er diese Wegbeschreibung irgendwo schon einmal gelesen hätte. Dann: Ja. Es ist die Route meiner ersten Radreise von 2017. Ich dachte, es wäre etwas Besonderes Teile der Strecke der ersten Erfahrungen in eine solche Reise wieder einzuflechten.
Von Torgau geht es dann weiter über Dahlen nach Mügeln, nach Technitz.
Was ich 2017 nicht wusste: Hier ist ein Fernradweg. Der Zschopautal-Radweg, den ich bis Gückelsberg folge. Ab da bringt mich der Flöhatal-Radweg nach Olbernhau ins Erzgebirge.

In Deutschkatharinenberg steht dann der erste Grenzübertritt an. Tschechien.
Hier wird es dar erste Mal »hart«. Ich muss über den Gebirgskamm rüber. Ab hier würde ich die Route von 2017 verlassen und einmal quer durchs Land laufen. Pilsen dabei als Richtroute angepeilt. Es ist nämlich Bayerisch Eisenstein, das mich interessiert. Mitten im Bayerischen Wald. Warum ich hier her möchte? Kindheitserinnerungen. Ich war nicht nur einmal hier mit meinen Eltern. Habe mit ihnen nicht nur eine Wandernadel zusammen gestiefelt. Hier soll meine Europawanderung auch ein Kapitel bekommen. Über Bodenmais geht es nach Sankt Englmar. Von dort Richtung Bogen an die Donau. Hier kann ich dann den Donau-Radweg laufen. Bei Kelheim dann den Donau-Main-Kanal bis Berching. Ab da dem historischen König-Ludwig-Kanal bis Neumarkt in der Oberpfalz. Und dann weiter nach Pilsach. – Moment! – Pilsach? Schon wieder? Ja! Im Jahr 2021 hat die örtliche Feuerwehr ein ganz großes Jubiläum. 125 Jahre. Da möchte ich dabei sein. Sofern Carola eine solche Feier zulässt. Warum dann nicht wieder zu Fuß dorthin?
Sofern ich es wirklich schaffe und am 01. Mai diesen Jahres starte, dann habe ich achtundachtzig Tage Zeit dieses Zwischenziel zu erreichen. Irgendwo zwischen eintausend und eintausendzweihundert Kilometer werde ich dann in den Beinen haben, vielleicht sogar mehr.

Wenn es sich ausgefeiert hat, geht es weiter am König-Ludwig-Kanal bis Nürnberg und weiter am Donau-Main-Kanal Richtung Bamberg. Jetzt bin ich auf der Reiseroute vom Vorjahr, nur dass ich anders herumlaufe. Aber auch 2017 bin ich hier mit Fahrrad, Anhänger und Lotte durchgekommen. Ab Bamberg wird mich der Weg am Main entlangführen. Nicht die ganze Zeit, denn der Fluss macht einige ganz gewaltige Schleifen im Bereich Schweinfurt/Aschaffenburg. Hier werde ich mich mit einigen Bergen anlegen und abkürzen.

Ab Aschaffenburg geht es weiter am Main-Radweg bis zum Rhein-Radweg, den ich bis Leverkusen laufen werde. Von dort geht es weiter nach Mönchengladbach. Dort habe ich mich schon bei Bekannten angekündigt. Fast ein Jahr, bevor es überhaupt losgeht. Bevor es überhaupt klar war, dass sich diese Reise realisieren lässt. Und dann? Querfeldein geht es über Wuppertal ins Ruhrgebiet. Als Fan und Vereinsmitglied des BVB erachte ich es als ein »Muss« einen Abstecher dorthin zu machen. Zumal ich eh in der Nähe bin. Also … fast.
Von Dortmund geht es dann über die Kanalwege Richtung niederländische Grenze. Wobei ich es mir aussuchen könnte. Wesel-Datteln-Kanal oder den Lippe-Radweg. Der Flussradweg könnte etwas mehr Abwechslung versprechen als die schnurgeraden Kanalwege.
Und dann heißt es auf Wiedersehen, Deutschland. Für eine sehr lange Zeit werde ich mein Heimatland nun hinter mir lassen, werde Grundkenntnisse der vielen Sprachen Europas erlangen. Werde den verschiedenen Mentalitäten begegnen.

Für die Niederlande mache ich mir routentechnisch kaum Gedanken. Es gibt keine Berge. Es gibt zwar Radfernwege in diesem Land, aber da die Niederlande generell ein radlerfreundliches Land sind, gehe ich erstmal davon aus, dass ich Freischnauze laufen werde. Ich weiß nur, dass ich mir etwas Zeit lassen werde. Hier oder dort mal einen Tag länger verbringen.
Ich möchte nicht in einer Woche oder sogar weniger durch das Land stürmen. Verlassen werde ich die Niederlande wahrscheinlich um und bei Reusel. Eine Alternative gibt es an der Stelle. Ich könnte an einer alten Bahntrasse laufen, die mich von Eindhoven/Niederlande nach Genk/Belgien bringt.

Auch in Belgien und Luxemburg werde ich mich wohl wenig an Fernwege halten. Wobei ich auf einen weiteren Bahntrassenweg gestoßen bin, der von St. Vith/Belgien nach Troisvièrges/Luxemburg verläuft. Darüberhinaus möchte ich unbedingt einen Teil des Vennbahn-Radweg ablaufen. Jedoch mache ich mir bei allen drei Ländern Niederlande, Belgien und Luxemburg weniger Sorgen. Ich werde etwas trödeln. Das habe ich aber weiter oben schon erwähnt.

Ab Hussigny-Godbrange wird es dann etwas schwieriger mit der Kommunikation. Ich habe zwar Grundkenntnisse in Französisch, aber ausgedehnte Gespräche kann ich nicht führen. Noch nicht. Mir sagte man aber mal in einem Reisebüro, dass Grundkenntnisse reichen. Wenn man in Frankreich merkt, dass man bemüht ist, dann ginge wohl auch irgendwann Englisch. Dies sind jetzt jedoch Vorurteile. So fair muss ich sein. Und ich bin gespannt, ob es wirklich so ist, wie die Leute immer erzählen. Aber zurück zum Weg. Fernradwege habe ich nicht wirklich gefunden, die mich über Reims nach Beauvais, Rouen und Cean nach Cherbourg-Octeville bringen sollen. Also bleibt nur einfach drauf los. Vielleicht kann ich von der Bevölkerung hier und dort einen Hinweis ergattern, was schöne Wege sind.

Poole ist der Ort in England, wo ich nach derzeitigen Planungen an Land gehen werde.
Und dann? Es ist echt schwer. Laufe ich mitten durch das Land? Oder doch Richtung Osten? Richtung Norwich? Ich könnte einem Bahntrassenweg von Merley nach Ringwood folgen. Dort verläuft dann der Avon. Diesem Flusslauf könnte ich nach Salisbury folgen. Von dort ist Stonehenge nicht mehr weit entfernt.
Würde ich mich an die Ostküste, nach Norwich durchschlagen, kann ich dann auf den Nordseeküstenradweg wechseln. Oder aber ich bleibe am Avon und laufe einfach so weiter gen Norden. Irgendwann natürlich auch weg von diesem Fluss. Halt mitten durch das Land Richtung Schottland. York oder Huddersfield dabei als »in etwa Fixpunkt«, wo es durchgehen soll.

Dort, im Land der Kiltträger, ist es Dinnet, wo ich unbedingt durchlaufen möchte. Warum? Da ist ein großer Felsen am Straßenrand mit Innschrift, dass man nun in den Highlands ist. Zuvor geht es aber an die Ostküste ran. An Edinburgh vorbei Richtung Dundee. Ob ich bis Aberdeen laufe, oder vorher bei Stonehaven nach Dinnet abbiege, würde ich wohl spontan entscheiden. Durch die Highlands dann Richtung Findhorn. Findhorn ist ein Pionierdorf mit Menschen, die eine alternative Lebensweise vorziehen.
Anschließend soll es Richtung Inverness gehen. Ab da wieder gen Süden. Vorbei am Loch Ness. Vorbei am Ben Nevis, dem höchsten Berg Schottlands, gar Großbritanniens. Westlich vorbei an Glasgow Richtung Kilmarnock, weiter nach Ayr. Bei Cairnryan soll mich dann die Fähre nach Nordirland bringen. Nach Larne, um genau zu sein.

Bis Sligo/Irland ist der Plan dem »Wild Atlantic Way« zu folgen. Es gibt an der Stelle auch einige Radfernwege. Ab Sligo soll es dann weg vom Wasser Richtung Innland gehen. Einmal die Abwechslung der schroffen Küste aber auch etwas anderes sehen. 2011 war ich schon einmal in Irland. Damals hatte ich den Fehler gemacht, dass ich einen festen Startpunkt hatte und sternförmig aufgebrochen bin. So schlecht war das nun nicht. Jedoch habe ich bis heute das gewisse Gefühl, dass ich etwas verpasst haben könnte. Das soll sich mit meiner Wanderung nun ändern. Von Limerick wird es dann nach Dungarvan gehen, von wo ein weiterer Bahntrassenweg bis nach Waterford führt. In Rosslare werde ich mit Lotte dann wieder eine Fähre benutzen und nach Wales übersetzen.

Von Fishguard geht es Richtung Lammas, einem weiteren Alternativ-Dorf und von dort nach Bulwark. Über die »Servern Bridge« geht es dann wieder nach England. Nun ist das County Devon das große Ziel. 2018, als ich Neil, den Weltumradler, kennen lernen durfte, sagte dieser gleich, wenn ich irgendwann mal nach England komme, dann unbedingt nach Devon. Er würde mich schon bei Freunden und Bekannten unterbringen. Warum bei denen? Er ist mit seiner Radreise ja selbst noch unterwegs.
In Plymouth geht es abermals auf die Fähre und ich lasse Großbritannien und Irland hinter mir.

In Roscoff/Frankreich geht es jetzt über die Atlantikküstenroute gen Süden, gen Spanien. In La Rochelle, sofern es zeitlich alles so zuläuft, kann ich dann Bekannten aus der Heimat begegnen. Die Chance ist aber äußerst gering und das Zeitfenster extrem klein. Wahrscheinlich würde ich mich nur verrückt machen, es irgendwie dorthin zu schaffen. Man muss es vor Ort abschätzen.
Der EV3, der EuroVelo Nummer drei ist ein Fernradweg, der durch den Norden Spaniens verläuft. Er wird auch als Pilgerradweg beschrieben. Vom Baskenland geht es bis nach Galizien. Auf der Strecke liegt Matavenero, eine weitere alternativ lebende Kommune. Habe ich Galizien, Santiago de Compostella erreicht, geht es Richtung Süden. Doch nicht, bevor ich einen Moment an der westlichsten Atlantikküste gesessen habe. Dann ist Portugal das nächste Land auf der Karte.

Hier habe ich viel geguckt und gesucht. So richtig habe ich jedoch keinen Weg gefunden. Bleibt nur »drauf los« übrig. Von Leuten, die schon einmal in Portugal waren, habe ich gelesen, dass man Lissabon unbedingt mitnehmen soll. Wäre ich ein begeisterter Stadtbesucher als solches, würde ich das wohl tatsächlich machen. Da ich aber mehr für Landschaften und Leuten in den Dörfern interessiere, werde ich Großstädte weiterhin meiden. Sofern ich halt nicht muss. Also, in eine Stadt hinein. Ich nehme Viseu einfach mal als Richtungsangabe. Und dann weiter gen Mação. Wann beziehungsweise wo ich dann wieder spanischen Boden betrete, dazu kann ich bisher keine Angabe machen. Ich bin unentschlossen. Möglicherweise werde ich noch bis Évora laufen. Erst dann werde ich Portugal wohl wieder verlassen. Dann geht es weiter Richtung Sevilla. Weiter zur Isla de Tarifa, dem südlichsten Punkt des europäischen Kontinents. Gibraltar darf natürlich auch nicht fehlen. Nun ist es der Mittelmeerradweg, der mich von der Iberischen Halbinsel führen soll. Zumindest bis Tarragona. Denn es ist Andorra, das ich mitnehmen möchte. Um dorthin zu kommen, muss ich mich mit dem einen und anderen Berg anlegen. Liegt das Land in einem Hochtal der Pyrenäen. Der niedrigste Punkt dort ist achthundertvierzig Meter über normal null. Fünfundsechzig Berggipfel von Andorra überragen die zweitausend Meter. Der Großteil des Landes liegt über der Baumgrenze. Da kommt ganz schön was auch mich zu. Sofern ich es bis hier her schaffe.

Bei Perpignan/Frankreich stoße ich wieder auf den Mittelmeerradweg, der mich bis nach Turin in Italien bringt. Ab da kann eine ein gutes Stück am Po laufen. Über den Ticino, einem Nebenfluss gelange ich dann zum Lago Maggiore, dessen Uferstraßen mich in die Schweiz bringen. Dort werde ich mich bis Biasca durchschlagen und weiter nach Disentis/Mustér. Hier habe ich den EV15, der mich nach Liechtenstein bringt. Einmal links, dann einmal rechts uns schwupps bin ich in Österreich.

Von Feldkirchen aus geht es nach Krimml. Hier habe ich den Tauern-Radweg beziehungsweise Salzach-Radweg. Bis Zell am See kann ich diesem folgen. Dann habe ich eine ganz besondere Herausforderung im Auge. Vor mir liegt eins der höchsten Bergmassive der Alpen. Die Glocknergruppe auch Hohen Tauern genannt. Hierzu gehört der Großglockner, der höchste Berg Österreichs. Ich möchte ins Drautal. Und ich kenne einige Leute in dem Örtchen Heiligenblut. Wie die wohl aus der Wäsche gucken, wenn ich dort nur mit einem Handwagen angelaufen komme? Jedoch muss ich eine Route finden, wie ich ohne allzu großen Umweg von Zell am See nach Heiligenblut komme. Mit dem Auto wäre es nicht das Problem. Aber zu Fuß mit Handwagen?

Entlang der Drau geht es dann bis Villach. Hier kann ich auf den Alpe-Adria-Radweg wechseln, der mich wieder nach Italien bringt. Ganz bis Udine werde ich diesen wohl nicht laufen. Ich werde vorher weiter Richtung Süden abknicken und am Fluss Tagliamento nach Bibione laufen. Nun bin ich auf dem Adriaküsten-Radweg. Bis nach Brindisi soll es auf dieser Route gehen. Zwischendrin ein Abstecher nach San Marino und dann ist es Albanien, ist es Durrës, wo ich wieder Fuß auf Land setze.

Albanien hat nach meinen derzeitigen Recherchen ein nahezu nicht vorhandenes Fahrradnetz. Man soll nach Möglichkeit Abstand zu den Haupt- und Schnellstraßen halten. Dann soll Albanien landschaftlich ein wahrer Genuss sein. Die Nebenstrecken sollen vom Zustand jedoch sehr gewöhnungsbedürftig sein. Sind viele Wege noch immer nur geschottert. Oder bestehen aus groben Steinen. Eine besondere Herausforderung.
Nahe Çarshovë werde ich die Grenze zu Griechenland übertreten. Ob ich bis an die Küste der Ägäis laufe? Eigentlich müsste ich. Ich bin so weit gekommen. Dann müsste man auch einmal an diesen Ufern stehen. Also Richtung Tessaloniki. Und dann? Wieder gen Norden.

Über den EV11 nach Nordmazedonien. Bis Skopje. Dort könnte ich auf die Route wechseln, die 2016 die Rennstrecke vom Transkontinentalrennen war. Durch den Kosovo, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, bis nach Kroatien. Dort bis Klenovica. Das einzig Dumme, es war ein Rennradrennen. Hauptstraßen. Schnellstraßen. Man müsste vor Ort gucken, ob es Alternativen gibt. Berge sind dort ohnehin. Egal ob Haupt- oder Nebenstrecke. Anstrengend wird es sowieso.

Durch Slowenien geht es dann südöstlich vorbei an Ljubljana. Maribor dabei als »in etwa Fixpunkt«. Und dann heißt es Ungarn. Den Balaton als Zwischenziel ausgemacht, werde ich das in der Nähe liegende Krishna-Tal besuchen. Eine Pilgerstette, wo man auch als Alternativgemeinde lebt. Von dort geht es ein ganzes Stück südlich von Budapest an die Donau. Nun habe ich bis zur Schwarzmeerküste einen Fernradweg, der mich durch Ungarn, Serbien, Bulgarien und Rumänien führt. Ab dort ist es der Pruth, dem zweitlängsten Nebenfluss der Donau, der mich an der westlichen Grenze Moldawiens wieder nach Norden bringt. Nahe Criva ist dann die Grenze zur Ukraine. Nun habe ich die Karpaten vor mir. Möchte ich in die Slowakei. Wieder ein »in etwa Fixpunkt« als Ziel. Ushgorod/Ukraine. Von dort nach Michalovce/Slowakei. Hier habe ich wieder ein Flusstal. Das des Laborec.

Nahe Palota betrete ich dann Polen. Über Rzeszów geht es Richtung Weichsel, der ich bis kurz vor Warschau folge. Über Łomża und Suwalken geht es gen Litauen, wo ich Šiauliai als Zwischenziel anpeile. Weiter nach Riga in Lettland und ab da kann ich dann dem Osteseeküsten-Radweg bis Tallinn folgen. Hier steht nach langer Zeit wieder eine Fahrt mit der Fähre an. Helsinki, Finnland ist Land Nummer neununddreißig dieser Wanderung. Hier muss ich vor allem auf die Jahreszeit achten. Ich muss es irgendwie schaffen Tallinn beziehungsweise Helsinki Ende März zu erreichen. Ab da geht es über den Radfernweg von Helsinki, über den EV13, auch »Eiserner-Vorhang«-Radweg genannt ganz hoch in den Norden hinaus. Bis nach Inari werde ich dieser Route folgen. Von dort geht es nach Karigasniemi an die finnisch/norwegische Grenze. Bis Mitte/Ende Juni müsste dabei wohl das Zeitfenster sein. Das wird ein Laufen auf Krawall.

In Norwegen ist das Nordkap das letzte wirklich große Zwischenziel, das ich mitnehmen möchte. Von dort geht es über den norwegischen Abschnitt des Atlantikküsten-Radwegs langsam aber sicher Richtung Heimat. Die Lofoten noch besucht und weiter nach Trondheim. Hier verlasse ich den Küstenradweg und ziehe weiter durch das Innland. Über den Radweg »Pilgerroute« geht es nach Halden. Anfang/Mitte September müsste es dann sein. Nun ist Schweden nicht mehr weit. Dort folge ich dem Nordseeküsten-Radweg bis Helsingborg, um dort ein weiteres Mal auf die Fähre zu hüpfen. Von Helsingør in Dänemark geht es dann bis Rødbyhavn. Wo ich dann mit der vorletzten Fährverbindung die Ostsee hinter mir lasse.
Zurück in Deutschland geht es dann über Fehmarn dem Osten von Hamburg zur Fähre Zollenspiek. Ab da wieder dem Elberadweg gefolgt, bis ich nach mehr als fünf Jahren im Oktober 2026 wieder auf der Hogendiekbrücke eintreffe.

Das hat sich jetzt alles so einfach schreiben lassen. Bestimmt lässt es sich auch so einfach lesen. Beschreibt den Tourverlauf, wenn wohl wirklich alles glattgeht. Aber es wird einen riesigen Haufen Kraft und Nerven kosten. Und … nochmal: Das ist eine ganz grobe Gedankensammlung. Eine verrückte Spinnerei. Alle Angaben können noch wieder über den Haufen geworfen werden und sind daher ohne Gewähr.

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