Einfach drauf los!

09.06.2018

Die Sonne ballert. Die Sonne brennt. Die Luft im Haus kann man sinnbildlich in Blöcke schneiden. Es ist wieder der Moment, wo ich mir Frost wünsche. Bei der Wetterlage weiß man wenigstens, was man anziehen muss. Aber jetzt? Nackt durchs Haus laufen ist an der Stelle nun nicht das Problem. (Als ob ich das tun würde. DAS würde selbst mich verstören.) Aber draußen? Ich musste das bislang einmal mit ansehen. Es war im letzten Jahr und ich wurde losgeschickt, um Ersatzteile zu holen. Nun haben wir bei uns neben der Autobahn gelegentlich einen Fahrradweg beziehungsweise eine landwirtschaftliche Straße. Und wie es der Moment damals wollte, erblickte ich einen Herrn auf seinem Fahrrad. Der hat ja komische Klamotten, dachte ich aus der Entfernung. Als ich realisiere, was er am Leib hatte, nämlich nichts, wurde es echt gruselig. An Hundewelpen unter blauem Himmel zu denken war schwer genug bei dem Anblick.

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Aber zurück zum Hier und Jetzt. Der Hund muss noch raus. Und eigentlich wollte ich eine große Runde drehen. Also, ich alleine. Aber Lotte schon wieder einem Anderen aufs Auge drücken? Ist auch Mist. Außerdem hat Lotte schon lange keinen »Auftritt« mehr im Blog gehabt. Aber von einer Hunderunde schreiben? Vier Kilometer, oder einige mehr und dann wieder nach Hause? Ist doch auch behämmert.

Auflösung:

Als ich mit dem Hund aufgebrochen bin, hatte ich zu keinem Zeitpunkt die Idee vom heutigen Tag zu schreiben. So bin ich mit dem Hund erst einmal drauf los. Hauptsache unterwegs. Langsam. Ich lasse Lotte das Tempo bestimmen. Es ist warm genug. Da soll der Hund nicht rennen müssen. So geht es äußerst gemächlich auf den ersten Streckenabschnitt. Ziel? Die Tankstelle an der Elbe. Ein Eis für mich und die erste Pause für Lotte.

Dann geht es weiter an die Elbe. Das Wasser steht hoch genug. Lotte eilt ans Flussufer und … trinkt. Hallo? Wie ist es mit schwimmen? Du hast das schwarze Fell! Nicht ich. Ein Stock muss her. Sonst wird das wieder nichts. Diese alte Diva, diese. Da ist da schon ein Labrador mit drin und der Hund ziert sich vor Wasser. Also Stock ins Gewässer und siehe da, Lotte nimmt ein Bad. Und jetzt kommt sie nicht wieder heraus. Ist das jetzt ein Mädchen-Ding? Erstmal zum Glück zwingen und dann bockig in der Situation verweilen? Hmm …

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Nein. Es dauert einige Zeit. Aber sie kommt wieder raus. Der Stock fliegt erneut rein und Lotte eilt hinterher. Zum Dank schlüpft sie mit dem Stock dann an mir vorbei. Schüttelt sich und zerlegt das Spielzeug. So nach dem Motto: Den schmeißt du nicht nochmal da rein. Kaum habe ich einen anderen Knüppel steht Lotte wieder hinter mir. Hibbelig, wie ein Flummi. Stock in der Elbe, der Hund auch. Gleiches Ergebnis. Hund an mir vorbei. Spielzeug Kleinholz. Ja, dann eben nicht. So sitze ich am Flussufer und schaue den Sportbooten etwas zu, die da draußen ihre Runden drehen. Hinter mir herrscht ebenfalls reger Verkehr. Es sind viele Fahrradfahrer unterwegs. Lotte streift zwischen den Bäumen am Ufer, nur wenige Meter von mir entfernt, herum und schnüffelt.

Vor mir entdecke ich einen kleinen Zander zwischen den Steinen, der das Zeitliche gesegnet hat. Einige Fliegen surren darum herum. Es dauert nicht lange und Lotte hat das Szenario ebenfalls entdeckt. Und kaum hat sie die Fliegen auf dem Schirm, geht der Puck ab. Der Hund und Fliegegetier. Letzt hat sie versucht eine Hummel zu fressen. Da bekommt man als Halter dezent Panik in den Augen. Aber bei den grün schillernden Scheißhaufen-Fliegen? Es ist ein drolliges Bild.

Während ich nun also da sitze und den Hund bei seiner »Jagd« beobachte, keimt in mir die Idee, die Tour auszudehnen. Wenn ich als Nächstes dort hinfahre, dann ist dort ein breiter Graben mit nahezu klarem Wasser. Ein weiterer Ort hat einen kleinen See. Und wieder weiter ist der Zufluss zur Elbe, dessen Deichweg mich wieder nach Hause bringt. Alles immer nur einige wenige Kilometer von einander getrennt. So hat Lotte regelmäßig immer eine Möglichkeit zur Abkühlung. Ja. Das ist ein Plan. Also den Hund wieder an die Leine und mit ihrer Geschwindigkeitsvorgabe weiter. Und Lotte hat Bock. Sie zieht sogar. Also fahre ich ein My schneller.

Weg vom Deich, rauf auf die Straße, die mich ins Moor bringt. Rüber über die Autobahnbrücke und da ist auch schon der breite Graben. Ich deute auf das kühle Nass und vordere den Hund auf etwas zu trinken. Sogleich sitzt der Hund im Graben und schwimmt eine Runde. Bis hierher alles richtig gemacht, denke ich. Es geht weiter nach Agathenburg und dort an den Bahngleisen Richtung Dollern. Dort befinden sich die Buschteiche. Die nächste Anlaufstelle. Wieder aufs Wasser gezeigt und Lotte sitzt mitten drin.

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Mit dem nassen Hund geht es dann in den Rüstjer Forst. Mitten durch den Wald schlage ich den Weg nach Horneburg ein. Dort gibt es auch für mich eine Pause. Im »Belmo« lasse ich mich nieder, ehe es schließlich langsam Richtung Heimat geht. Lotte bekommt noch zwei Mal die Möglichkeit zum Schwimmen.  Bei der zweiten Anlaufstelle erblicke ich ein Blesshuhn. Es hockt auf seinem Nest und brütet die nächste Generation aus. Lotte interessiert das mal so gar nicht. Zum Glück. Sie paddelt einfach nur im kühlen Nass umher. Immer in Ufernähe.

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So kommen wir zwei am frühen Abend schließlich wieder zu Hause an. Ich bin kaputt, aber überaus zufrieden. Lotte hat sich wirklich gut geschlagen. Sie hat viel erlebt und schläft kurz darauf wie ein Stein. Alles richtig gemacht, denke ich. Wobei sie zwei Stunden später wieder hinter mir steht. Soweit kommt es noch! Ich lasse sie nur noch kurz hinaus in den Garten. Ansonsten ist hier heute Zapfenstreich!

Worüber ich mich jedoch selber wie Bolle freue, ist, dass ich mit dem Fahrrad am heutigen Tage die Marke von siebentausendfünfhundert Kilometern geknackt habe!

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4 Gedanken zu “Einfach drauf los!

  1. Herzlichen Glückwunsch!!! 7.500 km ist ´ne Nummer!
    Ich hab deinen Bericht richtig gerne gelesen. Du hast einen tollen Hund!
    Wir waren heute auch am Wasser, aber zu Fuß.

    Es war etwas kühler als die vorherigen Tage und wir hatten sogar ein paar Tropfen Regen in Bremen.
    Liebe Grüße, unbedingt auch an Lotte!
    Brigitte und Buddy, die Bees 😉

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