Wenn der Körper nicht mehr will …

09.04.2018

Himmel ist mir übel! Ich muss irgendetwas Falsches gegessen haben. Vielleicht die Suppe mit dem Sahneanteil? Alkoholische Überreste vom Vorabend? Wohl eher nicht. Ich kann es mir nicht erklären. Es ändert nichts an der Tatsache, dass ich zu unchristlicher Stunde meinen Mageninhalt auf unschönem Weg in die Kloschüssel befördere. Danach geht es. Zumindest soweit, dass ich weiter schlafen kann.

Nach meiner Runde über Wangerooge hat man sich am Abend geeinigt, dass man die frühe Fähre nimmt. Nun ist auch die dritte Nacht äußerst kurz. Verbunden mit den nächtlichen Problemen. Zum Hafen radel ich heute Morgen nicht. Die Motivation ist völlig im Keller. Ich nehme den »Bahnjoker«. Auch schön. Somit habe ich beides gemacht. Mit dem Rad vom Hafen zum Inseldorf und mit der Bahn zurück.

Windig ist es heute. Teilweise ist ganz schön Kraft in den Böen. Das ist ja der perfekte Moment um die Radreise nach Hause anzutreten. Oder du bleibst eine Nacht in Harlesiel. Es gibt in unmittelbarer Nähe des Fährhafens den Campingplatz. Sebastian würde das Gepäck dort hinfahren und ich kann im Zelt das nachholen, was die letzten Tage auf der Strecke geblieben ist.

Auf dem Festland angekommen fällt dann die endgültige Entscheidung. Ich versuche die Heimreise. Das Wetter ist einfach zu gut. Der Wind kommt von der Seite. Leicht von hinten. Du wärst blöd, würdest du dich jetzt einfach auf die faule Haut legen. Außerdem bist du mit dem Übernachtungspreis von vierzehn Euro nicht sonderlich glücklich. Du möchtest nur schlafen und den Platz nicht kaufen. Immerhin ist es doppelt so teuer, als vor ein paar Tagen im Teufelsmoor.

Das Umladen und wieder Verstauen der Fahrradtaschen zieht sich gewaltig. Das gebeugte Stehen setzt mir echt zu. Immer mal wieder muss ich einige Schritte gehen, um nicht auch noch den Parkplatz zu »dekorieren«. An der Stelle muss man sich glaube ich einmal bei Arnd und Sebastian bedanken, die das alles so geduldig mitgemacht haben. Gegen zehn Uhr sitze ich dann endlich im Sattel. Wenn ich das so überschaue, ist eine Schnecke mit Rheuma wohl weitaus schneller als ich. Ich habe einfach keinen Bock. Aber ich will. Zumindest ein paar Kilometer. So für das innere Gefühl: Du bist unterwegs.

Blog 1

Ganze sechzehn Kilometer bekomme ich zusammen gestrampelt. Ich bin bis Schillig gekommen. Dort geht es direkt auf den Campingplatz. Ich bin der Einzige mit Zelt. Die ganze Wiese gehört mir. In der Nachbarschaft hüpfen die Feldhasen umher. Von meinen menschlichen Nachbarn sehe ich gar nichts. So steht kurz nach zwölf das Zelt. Von da an verlasse ich meine Behausung nur, wenn der Ruf der Natur zu stark wird. Die übrige Zeit verweile ich im Land der Träume. Fast zwanzig Stunden bin ich hier. Zusammengenommen schlafe ich davon bestimmt sechzehn. Welch eine Wohltat …

Fahrstrecke: 16,57 km
Höhenmeter: 16 m
Zeit: 1:34 h
D.-geschw.: 11,94 km/h

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