Rückkehr zur Bushaltestelle

14.05.2018

Endlich fällt der Stift. Raus aus den Dienst-, rein in die Wohlfühlklamotten. Schnell noch eine Scheibe Brot verhaftet und dann rein in den Sattel. Nach Rastede. Die Jungs von Fahrrad Stückemann besucht. Und dann möchte ich Richtung Varel raus. Gucken, ob Volkmar in seiner Bushaltestelle ist. Schnell noch bei den Lehrgangskollegen verabschiedet und dann rollen auch schon die Räder über den Asphalt des Fahrradwegs entlang der Bundesstraße zweihundertelf.

Leider habe ich Pech, was die erste Station betrifft. Mein damaliger Helfer hat heute frei. Er würde die nächsten Tage wieder da sein. Jedoch zu Zeiten, in denen ich selber noch die Schulbank drücke. Blöd. Also weiter.

Im Ortskern von Rastede kommt es denn zu dezenten Kontroversen. Ich folge die ganze Zeit auf der linken Seite der Straße dem Fahrradweg. Senioren, die mir entgegen kommen, maulen mich an, ich würde auf der falschen Seite radeln. Dass ich die Seite hätte wechseln müssen, habe ich zuvor nicht gesehen. Es gipfelt darin, dass ein älterer Herr mir ohne Warnung in die Spur fährt, was mich zu einer energischen Bremsung zwingt. Dann wird es hässlich. Es pöbelt. Ich motze. Und wechsel dann auf die rechte Straßenseite.

Nur um mich dort ebenfalls wie ein Geisterfahrer zu fühlen. Ich, der nicht von hier kommt, ist die Persona non grata, aber was die anderen machen, ist okay. Völlig bescheuert. Was mir aber auffällt, ist, dass auf dem Weg Pfeile die Richtung angeben, in die man fahren soll. Ich mache einen langen Hals und schaue auf die andere Straßenseite. Dort sind sie auch. Ist mir zuvor nicht aufgefallen. Da muss ich einem weiteren Radler ausweichen, der das Prinzip nicht verstanden hat. Ich bin doch merklich froh, als ich diese Passage von Rastede hinter mir lasse. Endlich kann ich wieder auf die linke Seite rüber. Auf der Seite führt der Radweg schließlich die Hauptstraße bis Varel entlang.

Hinter den Bahngleisen erreiche ich schließlich die Bushaltestelle, wo ich Volkmar vermute. Und da sitzt er tatsächlich. In seinem Campingstuhl. Der Blick klebt auf den Seiten des Romans in seiner Hand. Gizmo liegt in der Sonne und genießt die wärmenden Strahlen. Und so sitzen wir schließlich wie damals in der Bushaltestelle und quatschen über dies und jenes. Lachen, schlürfen Eierlikör und lassen es uns gut gehen.

Bevor ich den Heimweg zur Schule antrete, fahre ich noch schnell zum Supermarkt. Volkmar hat einige Dinge, die er benötigt. Ich auf dem Fahrrad bin schneller, als wenn er jetzt noch zu Fuß loslatscht. Ja, kein Problem. Also drauf los. Nach gut anderthalb Stunden trennen wir uns und ich mache mich auf den Weg zurück. Zwischen den Geisterradlern hindurch, die mir im Ortskern begegnen.

Blog 1

Schließlich habe ich die Faxen dicke. Ich biege in den Park ab. Durch unseren Dozenten weiß ich, dass es einen Weg durch den Wald nach Loy gibt. Ich habe nur ein Problem. Ich weiß nicht, wo ich entlangfahren muss. Es sind zwar an jeder Wegkreuzung Wandermarkierungen angebracht. Welche jedoch für Lox steht, weiß ich nicht. Zudem kommt hinzu, dass gefühlt alle fünfzig Meter eine neue Kreuzung, oder Gabelung kommt. Zu meinem Glück sind hier zuhauf Jogger unterwegs. Auf diese Weise bahne ich mir meinen Weg durch dieses verwirrende Geflecht aus Waldwegen. So endet schließlich mein Trip.

Dass dies der einzige Ausflug in dieser Woche sein würde, konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht ahnen. Der für den nächsten Abend geplante Ausflug zum Zwischenahner Meer würde an meinem Geburtstag nie stattfinden. Es ärgert mich heute noch. Leider hat der Stoff, der Umfang des Lehrgangs diese Tour nicht zugelassen.

Ein anderes Mal eben …

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