Nichts geht mehr …

03.08.2019

Ungemach macht sich in der Nacht in mir breit. Im Laufe der nächsten Stunden und dem Morgen soll die Toilette mein neuer bester Freund werden. Noch nie war ich so froh, dass ich eine ›eigene‹ Schüssel habe. Aber genug darüber erzählt. Ich verbringe den Tag hauptsächlich im Zelt und schlafe. Die ›Kassierer‹ und andere Gruppen lasse ich ausfallen. Es würde eh nichts bringen, da ich ständig auf der Suche nach dem nächsten Örtchen wäre. Somit kann ich es verschmerzen. Der beste Tag für mich ist ohnehin gestern gewesen.

Was ich so nebenher mitbekomme, ist, dass die Gruppe am heutigen Tag schnell Auflösungserscheinungen zu verkraften hat. Immer mehr reisen ab. Ihre Gruppen seinen über die Bühnen getobt, also halte sie hier nichts mehr. Und bevor die große Meute nach Hause möchte, dann doch lieber die Gunst der Stunde nutzen. Da klingelt mein Telefon. Mein Taxi sei da. Jetzt aber schnell. Ich habe noch immer nicht mein Zelt zusammengepackt. Bevor ich das jedoch machen kann, habe ich einen unaufschiebbaren Termin.

Langsam trotte ich mit meinem Handwagen Richtung Dorf. Ob ich schon gehen möchte? Nicht nur einer fragt mich das an diesem sehr späten Nachmittag beziehungsweise jungen Abend. Ich nicke und verweise auf mein Taxi, das nicht später kommen kann. Also muss ich Abstrichen machen. Dass ich unter einem Hosengewitter leide, das muss ich dort nicht jedem auf die Nase binden. Vielmehr mache ich mir nen Kopf, ob mein Taxifahrer diesen Kulturschock überlebt hat. Es treffen zwei Welten aufeinander. Heavy Metal und Mallorca-Gröl-Lieder-Anhänger. Was mich stört, ist, dass ich auf dem Weg zum Ausgang von Jugendlichen angequatscht werde, ob sie mein Armband haben dürfen. Ich verneine. Es sei ein Andenken für mich, das ich nicht hergebe. Was mich aber wundert, dass diese Typen schon auf dem Gelände sind. Ohne Band. Sie kommen zwar nicht in den Bühnenbereich, aber was machen die im Campingabschnitt? Welcher Aufpasser am Eingang hat da bitte gepennt?

Ohne großes Suchen laufe ich Volker in die Arme. Also sinnbildlich. Nicht in echt. Hier hat das geplante Treffen doch reibungslos funktioniert. Er ist nicht alleine da. Ralph und Frank begleiten ihn. So ganz alleine wollte er wohl doch nicht herkommen. Wer mit einer neongelben Sonnenbrille rumläuft, braucht sich über schiefe Blicke nicht wundern. Mallorca-Anhänger eben. Keine Fragen fragen. Einfach laufen lassen. Letztendlich sind die drei von dem Trubel recht angetan. Vor allem, wie viele ältere Leute hier umher laufen. Es ist Samstag. Touristentag im Dorf. Da kommen sie von nah und fern und schauen sich die ganzen verrückten Leute der Metal-Szene an.

Auf dem Heimweg kommen von den drei dann Fragen nach den Gruppen und Bands. Ob es auch Bands gab, die sie kennen würden? ›Santiano‹? Kollektives Nicken. ›The Boss Hoss‹? Nicken. ›Mr. Hurley und die Pulveraffen‹? Wer? Okay, kennt man nicht. ›Sweet‹? Ja! So geht es eine ganze Weile. Auf Frage folgt eine Antwort. Auf Antwort folgt eine Geschichte, sofern ich etwas mehr darüber weiß. Die Zeit vergeht im Flug. Schließlich bin ich wieder daheim. Zwei Wochen sind schnell vergangen. Lotte freut sich überschwänglich, dass ich wieder da bin. Nun ist ihr Welt auch wieder in Ordnung. Alle wieder zuhause.

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