Weg vom Kanal! Rauf auf die Wirtschaftswege!

01.10.2019

Raus aus dem Bett, Frühstück in den Bauch und ab auf die Straße. Schotterstraße. Ich darf noch immer am Kanal entlangfahren. So idyllisch das auch ist, so sehr nervt es mich mittlerweile. Das Fahrrad sieht aus, wie schwein und dreckig ist es auch. Überall hängt der Sand. Dazu das ewige Geschüttel. Nein, ich möchte eine Asphaltstraße haben. Es ist mir egal, ob ich dafür einige Kilometer an Umweg in kauf nehmen muss. Ich habe jetzt, mit dem gestrigen Tag, genug Wasser gesehen. Also weg vom Mittelland-Kanal.

Nun habe ich also den gewünschten ebenen Fahrbahnbelag. Nebeneffekt: Ich muss mir streckenweise die Fahrbahn wieder mit Autos teilen. Nie kann man es einem recht machen. Aber ich möchte mich nicht beschweren. Die Dichte an motorisierten Verkehrsteilnehmern ist wirklich spärlich. Ich lande auch wenig auf viel befahrenen Straßen. Zumeist bewege ich mich zwischen den Hauptverkehrsadern hindurch und radel auf einspurigen Wirtschaftswegen. Mal folge ich zwar auch Bundesstraßen, dann ist aber ein breiter Radfahrweg an der Seite, der mich schlängelnd mal näher an die Fahrbahn heranführt, mal weiter weg. Dann säumen große Bäume meinen Weg, was zusätzlich Abstand gewährt.

An einer ruhigen Ecke mit übergroßem Bushäuschen gönne ich mir einen Zwischensnack und lasse meine Beinmuskeln etwas zur Ruhe kommen. Ich blicke in den Himmel, erhasche einige Wolkenlücken. Ein wenig Blau zwischen all dem Grau. Ein Hauch von Sonne scheint hindurch. Ich bin bis hier gut vorangekommen. Fast drei Stunden unterwegs und an die fünfzig Kilometer auf dem Tacho. Interessante Begegnungen bleiben heute völlig aus. Etwas schade, aber es muss auch solche Tage geben. Ein einziges Mal lande ich auf einem unwegsamen Stück mit hochgewachsenem Gras und rumpeligen Spurrinnen. Wenige hundert Meter nur. Danach lässt es sich wieder herrlich radeln.

Bei Visbek nimmt mich dann noch einmal mein Navi aufs Korn. Zu spät kapiere ich, dass ich die Ortschaft über die Umgehung umfahre, anstatt mittendurch. Es hätte sicher einige Kilometer eingesparrt. Da habe ich gepennt. Passiert. In Wildeshausen wird es dann doch noch einmal etwas unschön, was den Weg betrifft. Mein Ziel ist bei Ganderkesee. Dazu muss ich nun eine längere Zeit der Bundesstraße folgen. Der Seitenstreifen erinnert an einen Pannenstreifen auf der Autobahn. Dazu habe ich heute dann auch meinen täglichen Regenschauer abbekommen. Zuerst bin ich unsicher, ob ich hier fahren darf. Da entdecke ich auf der Gegenseite einen Radler, der mit schweren Pedaltritten dem Wind trotzt. Ich hingegen fliege an der Straße entlang. Es ist der zweite Tag mit Rückenwind.

Die Strecke heute ist wenige hundert Meter länger. Mit dem Wind im Rücken habe ich aber nochmal eine kleine Steigerung geschafft, was die Geschwindigkeit angeht. Es mag vielleicht auch etwas am Fahrbahnbelag gelegen haben. Glücklich mein Zwischenziel erreicht zu haben, betrete ich das Gebäude. Hier ist der Bär los. Alle piekfein gekleidet. Kinder wuseln durch den Korridor, der mich zum Saal führt. Ich mir doch etwas fehl am Platz vor. Mit nassen Regenklamotten stehe ich nun am Tresen und warte darauf, dass etwas passiert. Essen kann ich hier nicht. Frühstück bekomme ich Morgen auch nicht. Dafür darf ich aber fast fünfzig Euro abdrücken. Ein geiler Laden. Mit leichtem Zähneknirschen eile ich zum Bäcker auf der anderen Straßenseite, ehe dieser zumacht.
Fahrstrecke: 117,98 km
Höhenmeter: 241 m
Zeit: 6:52 h
D.-geschw.: 17,18 km/h

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